EDITORIAL : Was bleibt, wie es ist?

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Etwas bange warte ich darauf, wann die gierige Kralle der Gentrifizierung auch an meine Haustüre klopft. Bislang schien mir mein Häuserkarree am äußersten Rande Kreuzbergs, umgeben von Durchfahrtsstraßen, Discountern, S- und Fernbahntrassen und einer stark frequentierten Tankstelle, immer abgelegen und im innerstädtischen Vergleich unattraktiv genug, um den längst über angrenzende Kieze hereingebrochenen Veränderungsfuror auf Distanz zu halten. Doch nun mehren sich die Zeichen. So hat die Tageszeitung meines Vertrauens die ersten Brückenköpfe der Gentrifizierung ausgemacht. Mehrere Galerien wurden in leerstehenden Ladenlokalen neu eröffnet, es kursiert sogar schon ein Name für das junge Quartier: „Schönekreuz“. Andererseits ist es für Panik vielleicht noch etwas früh, schließlich findet sich unter Hunderten von Veranstaltungen im aktuellen Ticket nicht eine einzige, die in der kommenden Hipster-Gegend stattfindet – was natürlich auch an unserer eher dem Hauptstadt-Mainstream zugewandten Perspektive liegen mag. Ich werde das beobachten. Jörg Wunder

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