Zeitung Heute : Ehepaar will gegen "Bärbel Schäfer" klagen

Das Ehepaar, das wegen eines angeblichen "unmoralischen Angebots" in der RTL-Talkshow "Bärbel Schäfer" Schlagzeilen gemacht hat, will die Produzentin der Sendung auf Schadenersatz verklagen. Das kündigte der 29-jährige Ehemann am Dienstag in der WDR-Hörfunksendung "Domian" an. Er habe nie gesagt und nie vorgehabt, dass er seine Frau einem anderen Mann für eine Million Mark anbieten wolle, sagte er. Er habe gegenüber der Redaktion von vornherein davon gesprochen, dass dies ein rein theoretisches Gedankenspiel sei. Dies habe man dort aber so gedreht, dass es als konkretes Angebot gemeint sei, und das Thema gezielt in die Presse lanciert.

Nach einem "Spiegel"-Bericht hatte die Sprecherin von Schäfers Produktionsfirma Couch Potatoes, Andrea Heimes, der "Bild"-Zeitung das Thema angeboten, die die Geschichte als Seite-1-Aufmacher mit der Schlagzeile "Wer will meine Frau..." nahm. Wegen des Wirbels war die Live-Sendung abgesagt und dann als Aufzeichnung am vorigen Freitag gesendet worden. Für den Fall, dass das Ehepaar tatsächlich ein "unmoralisches Angebot" in der Sendung gemacht hätte, hatten Rechtsexperten darauf hingewiesen, dass RTL sich der Förderung der Prostitution schuldig machen könnte und wegen Verstoßes gegen das Rundfunkrecht eine hohe Geldstrafe riskiert hätte. Jugendschützer hatten der Folge aber attestiert, dass sie unbedenklich sei, weil es vielmeht um die Frage gehe, zu welchen Verzweiflungstaten Menschen fähig seien.

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