Zeitung Heute : Ein Angebot für Spezialisten

MAURICE SHAHD

Die Kunden von Providern und Online-Diensten lassen sich nicht nur in Privat- und Geschäftskunden unterteilen.Immer mehr Provider versuchen, durch spezielle Angebote eine bestimmte Zielgruppe anzusprechen.Der BauNetz Online-Dienst richtet sich vornehmlich an Architekten, Bauingenieure und andere Unternehmen aus der Baubranche.Die unter www.baunetz.de zu erreichende Homepage dient dabei als Informationsplattform.Sie enthält Nachrichten aus der Baubranche, Stellenangebote, Informationen über Wettbewerbe und eine umfangreiche Linksammlung - um nur einige Beispiele zu nennen.Daneben können sich Architekturbüros in der Datenbank mit einer eigenen Homepage präsentieren.Der Service kostet inklusive Gestaltung der Website 1700 DM pro Jahr."Wir arbeiten zur Zeit an einer Architekten-Datenbank mit kostenlosem Grundeintrag und an einer Plattform für private Bauherren", beschreibt Marketing-Leiterin Roselien Huisman die weiteren Pläne.Ein Großteil der Informationsangebote ist nur für Kunden des Dienstes nach Eingabe von Username und Password zugänglich.



Huisman betont, daß zu den Kunden des BauNetzes auch viele Nicht-Architekten gehören: "Die Leute schätzen unser Netz und sind mit unseren Leistungen zufrieden." Das BauNetz ist eine Tochtergesellschaft des Bertelsmann Verlages und dementsprechend über die Bertelsmann-Tochter Mediaways an das Internet angebunden.Mediaways, an dem auch das debis Systemhaus beteiligt ist, betreibt seit 1996 ein eigenes Hochgeschwindigkeitsnetz.Zu den Kunden von Mediaways gehören die Online-Dienste AOL Deutschland und Cityweb, an denen Bertelsmann ebenfalls Anteile hält.Der Vorteil des deutschlandweiten Netzes: Es existieren zur Zeit 217 Einwahlknoten, über die sich der BauNetz-Kunde zum Ortstarif ins Internet einwählen kann.Eine bundeseinheitliche Rufnummer ist in Planung.



Das BauNetz bietet seinen Kunden zwei Tarife.Beim Tarif ohne Grundgebühr zahlt der Nutzer 7,20 DM pro Stunde bei sekundengenauer Abrechnung.Weitere Kosten fallen nicht an."Viele Kunden sind noch nie online gewesen und wollen das Medium erst ausprobieren.Nach einer Weile steigen dann die meisten auf den Pauschaltarif um", erläutert Huisman.Die Monatspauschale beträgt beim BauNetz 29 DM plus Mehrwertsteuer.Leider ist im Preis kein Speicherplatz für die eigene Homepage enthalten.Weder ein Newsserver noch ein FTP-Server für das Herunterladen von Software steht zur Verfügung.Bei der Installation des Zugangs hilft eine CD-ROM und die Hotline ist von Montag bis Donnerstag bis 20 Uhr erreichbar.Die Homepage des BauNetzes enthält für den Einsteiger einige nützliche Links, aber keine sonstigen Service-Funktionen.Bei der Geschwindigkeitsmessung macht sich negativ bemerkbar, daß der Berliner Einwahlknoten noch mit maximal 33 600 Bit pro Sekunde arbeitet.Der schnellere V.90 Standard für 56K-Modems soll bis zum Jahresende eingeführt werden.Die durchschnittliche maximale Übertragungsrate beim Download der Testdatei (486 Kilobyte) lag analog bei 3,3 Kilobyte pro Sekunde.Per ISDN wurden ordentliche 5,8 Kilobyte pro Sekunde erreicht.

Fazit: Das BauNetz bietet nur wenig für Privatkunden, die nicht an der Baubranche interessiert sind.Insbesondere der Webspace für die private Homepage und die Newsgroups fehlen.Wer nicht zum Abzug der Vorsteuer berechtigt ist, muß auf den Pauschaltarif von 29 DM weitere 4,64 DM pro Monat aufschlagen.Bewertet man das Angebot für Kunden, die nicht am inhaltlichen Angebot des BauNetzes interessiert sind, erhält der Provider nur ein "ausreichend".Für Architekten und andere an der Baubranche Interessierte ist der Dienst eine attraktive Alternative.

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