Zeitung Heute : Ein Arbeitszeugnis darf für den Versand mit der Post gefaltet werden

Auch wenn es Ästheten stört: Ein Arbeitszeugnis darf gefaltet verschickt werden. Ein Arbeitgeber hat nicht die Pflicht, das Papier ohne jeglichen Knick zur Post zu geben. Darauf macht die Deutsche Anwalt Auskunft in Bonn aufmerksam und verweist auf ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts.

Im konkreten Fall musste ein Chef ein Arbeitszeugnis berichtigen und es dem ausgeschiedenen Mitarbeiter nachschicken. Das Dokument kam zwei Mal gefaltet in einem "kleinen Briefumschlag" beim Adressaten an. Der war damit aber gar nicht einverstanden und wollte es nicht akzeptieren. Nach seiner Auffassung hätte das Zeugnis ungefaltet versendet werden müssen. Sein Anspruch auf Zeugniserteilung sei damit nicht erfüllt worden, argumentierte er vor Gericht. Das Bundesarbeitsgericht konnte sich dem Einwand aber nicht anschließen. Falte der Arbeitgeber den Zeugnisbogen, um ihn in einem Umschlag kleineren Formats unterzubringen, dann sei dies nicht zu beanstanden. Ein solches Dokument müsse nicht grundsätzlich in einer Versandtasche DIN A 4 mit gesteiftem Rücken verschickt werden, stellten die Richter fest (Az. Bundesarbeitsgericht: 9 AZR 893 / 98).

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