Zeitung Heute : Ein Charterjet muss kein Luxus sein Geschäftsreisende finden oft günstige Alternativen

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Wer in Europa seine Geschäfte am Zielort innerhalb eines Tages erledigen will, ist meist auf die teuren BusinessClass-Tickets angewiesen. Deren Aufschlag kann schnell teurer werden als die alternative Hotelübernachtung. Deshalb, so freut sich Easyjet-Chef Ray Webster, sind die Billigflieger längst auch für Geschäftsreisende gesellschaftsfähig geworden. So finden sich neben Jeanstouristen zunehmend auch Herren in Nadelstreifen an Bord. Selbst bei Last-Minute-Buchungen liegen die Tarife noch deutlich unter den Angeboten der klassischen Konkurrenz. Allerdings ist die Flugauswahl oft gering, und Umbuchungen sind nur gegen Aufpreis möglich.

Auch bei der Langstrecke lohnen sich Preisvergleiche. Da zum Beispiel Reisende in die USA ohnehin umsteigen müssen, ergeben sich zwischen den einzelnen Airlines und ihren Drehkreuzen oft deutliche Unterschiede. So ist während der Sommermonate die Icelandair eine interessante Alternative. Sie bietet ab Schönefeld über ihr Drehkreuz Keflavik attraktive Anschlüsse in die Vereinigten Staaten, die sich obendrein noch mit preisgünstigen Stopover-Programmen in Island kombinieren lassen (Hin- und Rückflug nach New York zum Beispiel gibt es ab 604 Euro).

Wenn mehrere Geschäftsleute reisen, kann sich der eigene Charterjet nicht als Luxus, sondern als kosten- und zeitsparende Alternative zum Linienflug erweisen. Business-Airlines wie Biz-Air, Private Wings und Windrose Air haben sich in Berlin auf diese Klientel spezialisiert. Die kleinen Geschäftsreiseflugzeuge stehen in Geschwindigkeit, Ausstattung und Sicherheit ihren großen Brüdern in keiner Weise nach und sind unabhängig von jedem Flugplan.

Je nach Entwicklung der Gespräche vor Ort kann der Rückflug vorverlegt oder verschoben werden, lange Check-in-Zeiten am Airport entfallen. Und oft können auch zeitaufwändige Transfers gespart werden. Denn werden nur rund 300 europäische Verkehrsflughäfen im regelmäßigen Liniendienst angesteuert, können die kleinen Jets auf über 1200 Airports landen.

So kostet der Flug mit einem achtsitzigen Learjet von Tempelhof ins von Berlin per Linie bisher nicht direkt erreichbare Katowice und zurück rund 4100 Euro, sagt Peter Gatz von Private Wings. Bei voller Auslastung bedeutet das einen Preis von 512,50 Euro pro Passagier. Bei der Lufthansa zahlt der Reisende für den Tagestrip via Frankfurt 1252 Euro.

Firmen mit regelmäßig größerem Passagieraufkommen zwischen zwei Standorten mieten auch verstärkt größere Turboprops, die teilweise täglich zwischen verschiedenen Standorten verkehren. Für einzelne Anlässe kann sich ein solcher Vogel ebenfalls rechnen. du-

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