Zeitung Heute : Ein die Phantasie anregendes Porträt

Die Bretagne Florian Werner, Anne Brauner: Bretagne; Stürtz Verlag, Würzburg 1997, 128 Seiten, 150 Farbbilder, 58 Mark.
Karl-Heinz Raach, Jochen Faget: Madeira; Stürtz Verlag, Würzburg 1997, 88 Seiten, 120 Farbbilder, 39,80 Mark. Schlägt die Bretagne aufs Gemüt? Der Maler Paul Gauguin, der sich viermal für längere Zeit in dem Städtchen Pont-Aven aufhielt, beschrieb die Landschaft nicht gerade als erheiternden Quell fürs Gemüt.Er fand sie deprimierend und defätistisch."Mir geht es im Augenblick ausgesprochen gut, aber ich bin sehr traurig", schrieb Gauguin."Dieses Land kann keine heiteren Gedanken vermitteln, denn es ist unheimlich, selbst bei schönem Wetter." Das von Gauguin vermittelte Bretagne-Bild haben Fotografen der Münchener Agentur Look eins zu eins aufgefangen: die Mystik, die im Norden Frankreichs beheimatet ist, die zerklüftete Küste, die Druidensteine und Granitfelsen und das vom Sturm des Atlantiks geprägte Leben der Menschen.Anne Brauner hat dazu Texte über die Artussage und die Austernzucht, über die Kalvarienberge und den Mont-St.Michel geschrieben.Das alles gibt ein die Phantasie anregendes Porträt. Nicht ganz so eigenwillig und brillant sind die Fotos im Bildband über Madeira.Da wird ein mehr touristisches Bild von der Insel vermittelt.Obst- und Gemüsemärkte, die Kirche von S€ao Roque de Faial oder Hotels.Interessanter sind die Texte: Es geht um die Prominenz vergangener Tage (Sissi, Kaiserin Elisabeth von Österreich, kurierte auf Madeira Lungenentzündung und Herzschmerz) oder um die bodenständige Inselküche.Schon Churchill wußte den "Madeira"-Wein zu schätzen.nie

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