Zeitung Heute : Ein hilfreicher Unternehmer

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6 Wenn man seinen Namen liest oder hört, denkt man nicht automatisch an einen Apotheker. Aber genau das war er: Nach seinem Studium eröffnete er mit 29 Jahren im Nordwesten unseres Landes, wo er herstammte, seine eigene Apotheke, wo man Pillen und Pulver noch selbst herstellte und neue Mittel erfinden konnte, die sich verkaufskräftig vermarkten ließen. Genau darauf kam es ihm an. Er entwickelte neue Substanzen und hat etwas erfunden, was, wenn auch nicht auf pharmazeutischem Gebiet, eine kleine Sensation war und besonders die Hausfrauen erfreute. Er stellte Handelsvertreter ein, die seine Produkte bekannt machten, gab einen „Almanach für Kranke“ und praktische Bücher heraus und erfand ständig neue Heil und Hilfsmittel. Um die Jahrhundertwende baute er eine eigene Fabrikhalle. Das Unternehmen wurde immer größer und erfolgreicher, hatte sich allerdings immer mehr auf alltägliche Produkte, die die Geschmacksnerven betreffen, umgestellt. Im zweiten Jahr des 1. Weltkriegs fiel sein einziger Sohn. Das Unternehmen konnte zwar als Familienbetrieb weitergeführt und ausgebaut werden, doch von diesem Schicksalsschlag erholte er sich nicht. Nur zwei Jahre nach seinem Sohn starb er im Alter von 56 Jahren.

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