Zeitung Heute : Ein Leben in der Luft

Die Flugpionierin Elly Beinhorn wird 100 Jahre alt

Seit Monaten ist Manfred Baltuttis auf Spurensuche. Der Staakener trägt Fotos und Dokumente über eine außergewöhnliche Frau zusammen – Elly Beinhorn. Am 30. Mai feiert die berühmte Flugpionierin ihren 100. Geburtstag. Am Nennhauser Damm, dort, wo heute der Zeppelin Gewerbepark steht, hatte sie 1928 ihre Pilotenausbildung begonnen.

Das Schlimmste war ein Alleinflug mit einer offenen Maschine bei eisiger Kälte in 2000 Metern Höhe, erinnerte sich die Pilotin, als sie 1992 für ein TV-Porträt zu ihrem 85. Geburtstag auf den ehemaligen Flugplatz Staaken zurückkehrte. Bereits 1930 überquerte sie als erste Frau die Alpen. Ein Jahr später musste sie sich nach einer Notlandung am Rande der Sahara nach Timbuktu durchschlagen. Später flog die Ehefrau des 1938 tödlich verunglückten Rennfahrers Bernd Rosemeyer bis nach Australien. Von den Nazis ließ sie sich nie vor den Karren spannen. Nach dem Krieg arbeitete sie als fliegende Reporterin und Schriftstellerin.

„Wir wollen Elly Beinhorn zum 100. Geburtstag ehren“, sagt Manfred Baltuttis. Einen Unterstützer fand der Jugendleiter des Briefmarkensammlerklubs Spandau in Pfarrer Norbert Rauer. Am 30. Mai wird in der Staakener Dorfkirche an der Hauptstraße eine kleine Ausstellung gezeigt. Dort gibt es von 10.30 bis 17.30 Uhr auch ein Sonderpostamt und einen Sonderstempel. Elly Beinhorn wird unterdessen im engsten Familienkreis in München feiern, wo sie jetzt eine neue Heimat gefunden hat. du-

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