Zeitung Heute : Ein Leben mit Büchern

Die Tegeler Bücherstube feiert Jubiläum – seit 60 Jahren gibt es den Familienbetrieb

Johannes Kuhn

Von Johannes Kuhn

Nach dem Kindergarten, erzählt Christiane Schulz-Rother, führte sie ihr Weg immer zum Buchladen ihrer Tante Luise. Ob die heute 39-Jährige damals ahnte, dass sie damit quasi ihren Lebensweg vorausging? Heute leitet Schulz-Rother die Tegeler Bücherstube.

Seit 60 Jahren ist der Laden in Familienbesitz; unter Berlins Buchhandlungen ist das einmalig. „1947 holte der Großvater die Bücher noch mit dem Schubkarren ab“, erzählt Schulz-Rother. Die Bücherausgabe war reglementiert, Kunden gab es wenige, weshalb der Buch- auch als Hutladen fungierte.

Geschwister und Eltern halfen bei Inhaberin Luise Möbus mit – weshalb der Laden in der Buddestraße schnell wuchs. Auch Nichte Christiane stempelte und vertütete später – und machte dort 1988 ihre Ausbildung zur Buchhändlerin.

Nach der Wende zog der Laden in die Grußdorfstraße. Die Tante wurde 1992 krank und bat sie, das Geschäft zu übernehmen. „Ich war 24. Da haben die Angestellten schon etwas geguckt, von wegen: gerade noch Azubine und jetzt Chefin.“

1998 eröffnete die Frohnauerin sogar eine zweite Bücherstube in Glienicke. Weil sie gegen das Sortiment der heutigen Buchketten kaum ankommen kann, hat sie sich auf Belletristik und Kinder- / Jugendbücher spezialisiert und kooperiert mit einem halben Dutzend Schulen in der Umgebung. 8- bis 15-Jährige können Bücher probelesen und rezensieren. Zum Jubiläumsfest am 8. September ist ein literarisches Quartett junger Leseratten geplant.

— Grußdorfstr. 17, Tel.: 433 95 03

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