Zeitung Heute : Ein Modell macht Schule

MAURICE SHAHD

Zu den Neulingen auf dem Markt für Internet-Dienstleistungen in Berlin gehört der Provider Berlinweb.Seit Mai des vergangenen Jahres bietet Inhaber Chris Hollmichel Zugänge zum Netz für Privat- und Geschäftskunden an.Der Existenzgründer finanzierte den Aufbau seines Unternehmens aus eigenen Mitteln und wagte den Sprung ins kalte Wasser.Inzwischen "läuft das Geschäft" und es wird weiter in neue Technik investiert.Viele der geplanten inhaltlichen Angebote auf den Webseiten des Providers befinden sich noch im Aufbau."Unsere Website soll zu einem Forum ausgebaut werden, in dem sich Unternehmen und private Internet-Nutzer präsentieren können", erläutert Hollmichel.In Arbeit ist ein Marktplatz mit kommerziellen Angeboten und ein Treffpunkt für den Austausch "von privat zu privat".Leider fehlen die für einen Provider obligatorischen Konfigurationshilfen für die Einrichtung eines Internet-Zugangs.



Um den verschiedenen Nutzungsgewohnheiten der Internet-User gerecht zu werden, bietet Berlinweb gleich vier verschiedene Tarife für den Zugang zum Internet.Der Pauschaltarif ist mit 35 Mark pro Monat relativ teuer.Beim zweiten Tarif beträgt die Grundgebühr 9 Mark im Monat.Im Preis enthalten sind fünf Freistunden, jede weitere Stunde kostet drei Mark.Für eine Grundgebühr von 24 Mark bekommt der Kunde 25 Freistunden.Eine Besonderheit ist der Internet-Zugang inklusive Telefongebühren.Solche Angebote werden inzwischen vor allem von den Telefongesellschaften angeboten, die der Telekom auf dem Telekommunikationsmarkt Konkurrenz machen.Für den Anschluß ans Netz werden in der Zeit zwischen 6 Uhr und 18 Uhr 15 Pfennig pro Minute fällig.Danach kostet das Surfen 8 Pfennig pro Minute.Werden die Telefongebühren von den Gesamtkosten pro Minute abgezogen, berechnet Berlinweb für das reine Providing im Mondscheintarif der Telekom (21 bis 5 Uhr) fünf Pfennig.Wird zum Beispiel zwischen 21 und 22 Uhr eine Stunde lang im Internet gesurft, kostet das 4,80 Mark, wovon drei Mark an den Provider und 1,80 Mark an die Telekom gehen.Interessant ist ein solches Angebot insbesondere für User, die nur selten das Internet nutzen, zum Beispiel für das ausschließliche Abrufen und Verschicken von E-Mails.



In sämtlichen Tarifen von Berlinweb sind fünf E-Mail-Adressen und sogar 20 Megabyte Speicherplatz für eine - allerdings ausschließlich privat nutzbare - Homepage enthalten.Wer das Angebot des Providers zunächst testen will, bekommt für zehn Tage einen kostenlosen Probezugang zur Verfügung gestellt.Bei der Einrichtung des Zugangs hilft eine CD-ROM, auf der sich ein Internet Explorer 4.01 befindet.Die Hotline ist werktags von 8 bis 20 Uhr zu erreichen.Treten bei der Installation des Internet-Zugangs unlösbare Probleme auf, bietet der Provider für pauschal 50 Mark einen Vor-Ort-Service."Ein Mitarbeiter fährt dann zu den Leuten nach Hause, kümmert sich um die Installation und hilft bei den ersten Schritten ins Netz", erläutert Hollmichel.

Beim Geschwindigkeitstest macht Berlinweb eine ordentliche Figur.Beim Herunterladen der Testdatei wurde eine durchschnittliche maximale Übertragungsrate von 3,7 Kilobyte pro Sekunde erreicht.Per ISDN lag der Durchschnitt bei guten 6,2 Kilobyte.



Fazit: Berlinweb ist ein Provider mit einem solidem Angebot, der preislich im oberen Bereich liegt.Die Service-Angebote auf der Homepage könnten noch erweitert werden.Der Provider erhält die Bewertung "befriedigend" mit einem klaren Pluszeichen davor.

Tagesspiegel - Debatten


Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben