Zeitung Heute : Ein neues Tor zum Internet

KURT SAGATZ

Der gemeinsame Zugang ins Internet über einen einzelnen Account ist in vielen, vor allem auch kleinen Firmen ein wichtiges Thema, schließlich benötigt jeder Zugang ansonsten ein eigenes Modem.Überdies fallen je Account Providergebühren an, die sich schnell summieren können.Vor wenigen Wochen hatten wir deshalb den Internet-Server von Tod Sambar vorgestellt, dessen Reiz vor allem darin besteht, daß es sich bei diesem Programm um Freeware handelt, es also nichts kostet.Nicht nur für Firmen ist dies interessant, sondern natürlich gleichermaßen für Schulen, Bibliotheken oder andere Non-Profit-Organisationen.

Leider hat die Umsonst-Lösung auch ihre negativen Seiten.Zwar erlaubt der Sambar-Server sowohl das Surfen im Netz als auch den Abruf von E-Mails und News-Groups, zur Darstellung von Seiten mit Java-Elementen ist er jedoch nicht in der Lage.Mit der fortschreitenden Verbreitung der Browser-Generation mit den Versionsnummern 4.x wird jedoch JScript beziehungsweise Java-Script immer wichtiger.

Eine Alternative zum Sambar-Server ist daher das nach einem ähnlichen Prinzip arbeitende Programm WinGate, das derzeit in der Version 2.1 vorliegt.Auch hier übernimmt wieder der Server die Aufgabe, stellvertretend für die angeschlossenen Clients die Verbindung zum Internet bei Bedarf herzustellen und nach einer zuvor festgelegten Zeit automatisch abzuwerfen, um die Telekom-Kosten in Grenzen zu halten.WinGate benötigt dabei genau wie Sambar sowohl auf dem Server als auch bei den Endanwendern das sogenannte TCP/IP-Protokoll, ist aber sonst erheblich einfacher zu konfigurieren.So müssen den angeschlossenen Rechnern - zumindest in der Professionell-Version des Programms - nicht extra feste Adressen zugewiesen werden, so daß die Einrichtung der Clients schon fast ein Kinderspiel ist.

Auch die Konfiguration des Servers gestaltet sich relativ gesehen einfach.Die größte Hürde im Test war eine - im sonst sehr guten englischsprachigen Handbuch - etwas mißverständliche Erklärung zur ersten Aktivierung des Programms.Daß die eigentliche Konfiguration unbedingt zuvor die Vergabe eines Administrator-Kennwortes erfordert, wurde so erst nach dem dritten Anlauf festgestellt.Nachdem diese Hürde einmal genommen war, lief der Rest quasi von selbst, denn im wesentlichen mußte nur noch festgelegt werden, über welchen Zugang das WinGate die Verbindung ins Netz aufbauen soll.

Wichtiger als die Installation ist allerdings die Alltagstauglichkeit des Programms.Hier konnten keinerlei Einschränkungen festgestellt werden.Selbst das Publizieren von Web-Sites im Internet ist mithilfe des Handbuches kein Problem.Java bereitet dem WinGate ebenfalls keine Probleme und auch die Nutzung von RealAudio und RealVideo funktioniert einwandfrei.

Einziger Wermutstropfen an diesem ansonsten empfehlenswerten Programm für ein kleines Netzwerk ist der Preis.Die Basisversion auf CD-ROM mit Handbuch kostet für zehn Nutzer beim deutschen Distributor Kaiser & Kaiser ( www.kk.net oder Telefon 07031-7186-0) 550 DM, die Profiversion für ebenso viele Nutzer sogar 1078 DM.Immerhin erhalten Schulen, Universitäten und nichtkommerzielle Bildungseinrichtungen 20 Prozent Rabatt.In jedem Fall empfiehlt es sich jedoch vor dem Kauf, einmal die kostenlose, aber eingeschränkte Testversion aus dem Netz zu laden.Gefällt das Programm, reicht nach Bezahlung die Eingabe von Username und Kennung aus, um die Einschränkungen aufzuheben.

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