Zeitung Heute : Ein Plan in Rot

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Mit der Benennung der acht SPDMinister in einer großen Koalition gehen weitere Personalentscheidungen einher. So wird der bisherige Verteidigungsminister Peter Struck die Führung der SPD-Fraktion übernehmen. Der 62-Jährige hatte das Amt zwischen Oktober 1998 und Juli 2002 schon einmal inne. Zum Ersten Parlamentarischen Geschäftsführer der Fraktion wurde am Donnerstag der frühere SPD-Generalsekretär Olaf Scholz gewählt. Der 47-Jährige war der Wunschkandidat von SPD-Chef Müntefering und könnte Struck nach der Hälfte der Legislaturperiode ablösen. Auch in der Parteiführung soll die Verjüngung der SPD erkennbar werden. In die Riege der stellvertretenden Parteivorsitzenden wird auf dem SPD-Parteitag im November mit großer Wahrscheinlichkeit der brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck (52) aufrücken, der auch als möglicher Kanzlerkandidat für das Jahr 2009 gehandelt wird. Als Anwärter für einen weiteren Vizeposten gilt Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (53). Er könnte als Regierungschef einer rot-roten Koalition die mittelfristige Option eines Bündnisses von SPD und Linkspartei im Bund offen halten – und sei es nur als Drohung gegenüber dem Koalitionspartner CDU/CSU. Unklar ist bisher, wer als Nachfolger von Klaus Uwe Benneter neuer Generalsekretär der SPD wird. Nach Angaben aus der SPD- Fraktionsspitze soll Müntefering seine Entscheidung bereits gefällt haben, wolle sie aber erst später bekannt geben. Als Kandidaten werden der Müntefering-

Vertraute und derzeitige Bundesgeschäftsführer Kajo Wasserhövel (42) und SPD-Präsidiumsmitglied Andrea Nahles (35) genannt. Nahles könnte aber auch Partei-

oder Fraktionsvize werden, zuständig für Arbeit und Soziales. Nicht nur der linke Parteiflügel, auch das reformorientierte Netzwerk haben der ehemaligen Juso-Vorsitzenden bereits ihre Unterstützung zugesagt.

Stephan Haselberger

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