Zeitung Heute : Ein Preisvergleich lohnt sich

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Schulmediziner bekommen die lästigen Symptome des Heuschnupfens mit Arzneimitteln, so genannten Antihistaminika, gut in den Griff. Besonders weit verbreitet sind Antihistaminika mit dem Wirkstoff Loratadin und Cetirizin, die meist als Tabletten eingenommen werden. Antihistaminika funktionieren nach einem einfachen Prinzip: Sie verhindern, dass der Botenstoff Histamin aus den so genannten Mastzellen an den Immunzellen andocken und dadurch die Abwehrreaktion auslösen kann. Die überschießende Gegenwehr des Immunsystems gegen ungefährliche Eiweißstoffe an der Pollenoberfläche wird so verhindert. Eine Tablette wirkt etwa 24 Stunden.

Beide Wirkstoffe sind nicht verschreibungspflichtig. Das heißt, dass nach Auskunft der Kassenärztlichen Vereinigung Mediziner diese Mittel auch nicht mehr verschreiben dürfen. Patienten müssten sie also selbst zahlen. Da lohnt ein Preisvergleich. Bei den diversen Loratadinhaltigen Präparaten liegen die Preise zum Beispiel für eine 20er Packung zwischen 6,11 und 7,25 Euro. Noch größer sind die Unterschiede bei Cetirizin-haltigen Mitteln: 20 Pillen kosten zwischen 6,39 und 16,85 Euro. Allerdings ist die Übernahme der Kosten durch die Krankenkassen noch strittig. Anfang April soll eine Liste von nicht verschreibungspflichtigen Arzneien vorliegen, die weiterhin verordnet werden dürfen, weil sie zum Therapiestandard gehören. Dann müsste der Patient nur fünf Euro pro Medikament zuzahlen.

Ein weiteres Arzneimittel ist Cortison, das eingesetzt wird, wenn es durch die Allergie zum Beispiel schon zu einem Asthma gekommen ist. Die Cortisonsprays werden eingeatmet und lindern die Symptome direkt in der Lunge, entkrampfen also die Bronchien.

Nasensprays und Augentropfen, die Symptome eines Heuschnupfens lokal behandeln, sind nach Expertenmeinung eigentlich unnötig.

Hyposensibilisierung: Dabei geht es darum, die Überempfindlichkeit des Immunsystems abzumildern, manchmal sogar ganz zu heilen. Dabei wird den Patienten für etwa drei Jahre regelmäßig ihr Allergen in zunächst geringen Dosen unter die Haut gespritzt und das Immunsystem quasi an die Pollenart gewöhnt.

Alternative Heilmethoden: Nach Auskunft von Schulmedizinern habe einzig die Akupunktur einen messbaren Erfolg bei der Behandlung von Allergien gezeigt. Heilpraktiker schwören allerdings auch auf die so genannte Eigenbluttherapie. Deren Erfolg ist jedoch wissenschaftlich nicht nachgewiesen, und die Stiftung Warentest ordnet die Methode in ihrem „Handbuch Die andere Medizin“ als nicht zu empfehlen ein. Bei dieser Behandlung werden dem Allergiekranken zwei Milliliter Blut entnommen, in dem sich alle Informationen der Allergie befänden, so ein Heilpraktiker. Diese Blutprobe wird mehrfach mit einem homöopathischen Arzneimittel versetzt – zum Beispiel auf der Basis von Ameisensäure. Danach wird die Mischung, die aufgrund der Verdünnung nur noch blassrosa ist, in einen Muskel injiziert. Das Ziel ist, dem Immunsystem durch die geringen Mengen der im verdünnten Blut vorhandenen Pollen quasi zu signalisieren, dass diese ungefährlich sind und nicht bekämpft werden müssen.

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