Zeitung Heute : EIN SIEG GEGEN SÜDKOREA REICHT ALLEIN NICHT AUS: Belgien braucht Schützenhilfe

PARIS .Das tragische Fußball-Schicksal der Marokkaner und die Tränen der Trauer gehen den "Roten Teufeln" nicht aus dem Sinn.Ebenso wie die Afrikaner sind die Belgier auf fremde Unterstützung angewiesen, um das Achtelfinale bei der Fußball-Weltmeisterschaft noch zu erreichen.Und diese Hilfe soll nun ausgerechnet vom Erzrivalen Holland kommen."Leider hängt nicht alles von uns selber ab.Aber ich bin übezeugt, daß die Holländer spielen, um zu siegen", glaubt Trainer Georges Leekens vor dem dramatischen Finale der Gruppe E.Die Hoffnung der Belgier: Holland gewinnt heute (16 Uhr) in St.Etienne gegen Mexiko, während sie selbst zeitgleich in Paris das bereits ausgeschiedene Südkorea deutlich in die Schranken weisen.

Anders als Titelverteidiger Brasilien bei der lustlosen Vorstellung gegen Norwegen (1:2) kann sich die "Oranje"-Elf einen Ausrutscher nicht erlauben.Um für den Gruppensieg auf Nummer sicher zu gehen, muß ein Sieg her."Man hat bei den Niederlagen von Brasilien und England gesehen, daß immer wieder mal eine Überraschung passieren kann", betonte Bondscoach Guus Hiddink vor dem Duell mit den punktgleichen Mexikanern.

Hiddink kann froh sein, daß Clarence Seedorf seine Ausbootung gegen die Südkoreaner bisher erstaunlich klaglos hingenommen hat.Ein bereits gegebenes Interview mit barscher Kritik an Hiddink entschärfte der Profi von Real Madrid noch rechtzeitig vor der Veröffentlichung.Er ließ die brenzligen Passagen kurzerhand wieder streichen.

In der Heimat hat Idol Johann Cruyff derweil große Erwartungen geweckt."Wenn wir so weiter spielen, sind wir ein echter Anwärter auf den Titel", erklärte der Vize-Weltmeister von 1974 mit Blick auf die Glanzvorstellung beim 5:0 über Südkorea.

Zweite Siegmotivation für den zweimaligen Vize-Weltmeister: Die Niederländer wollen ein gefürchtetes Duell mit dem dreimaligen Weltmeister Deutschland so lange wie möglich hinausschieben.Als Gruppensieger blieben sie im Süden, wodurch England-"Legionär" Dennis Bergkamp eine Sorge los wäre.Seit 1994 leidet der 29jährige unter Flugangst und reist dem Team in Bus und Bahn hinterher.

Aber auch die Mexikaner wollen nichts dem Zufall überlassen und voll auf Sieg spielen."Wir dürfen nicht damit spekulieren, daß die Südkoreaner uns helfen", meinte Trainer Manuel Lapuente, der noch um den Einsatz seines besten Stürmers Luis Hernandez bangt.Der 29jährige "blonde Engel" hat zwar eine leichte Knöchelverletzung, kündigte aber bereits an: "Ich will unbedingt spielen."

Als lachender Dritter will Belgien von diesem Duell profitieren.Marc Wilmots, der mit seinen beiden Toren das 2:2 gegen Mexiko rettete, strotzt vor Selbstvertrauen."Tor eins und zwei habe ich meiner Frau und meinem Sohn gewidmet.Tor drei widme ich nun der Qualifikation", sagte der Schalker Profi, der mit seiner kraftvollen Art überzeugen konnte.

Ganz andere Sorgen hat Südkorea.Für die Asiaten gilt im letzten Spiel vor der Heimreise: Endlich das Image des ewigen Verlierers abgelegen.Aber das 0:5-Debakel gegen die Niederlande hat tiefe Spuren hinterlassen.Trainer Bum Kun Cha mußte schon gehen.Sein Nachfolger, Interims-Coach Kim Pyung-Seok, steht jetzt in erster Linie der Sinn nach Schadensbegrenzung.

ARD - live - 16 Uhr Holland - Mexiko
3sat - live - 16 Uhr Belgien - Südkorea

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