Zeitung Heute : Ein Symbol für die Menschenrechte Online-Wettbewerb sucht das beste Logo

Foto: Jovoto
Foto: Jovoto

Die Friedensbewegung hat das Peace-Zeichen, die Atomkraft-Gegner haben die lachende rote Sonne. In Zukunft soll es auch für die Menschenrechte ein eindeutiges Zeichen geben: das Human Rights Logo. Die UdK Berlin ist Partner dieser Initiative, die im Auswärtigen Amt entstanden ist. Jovoto, eine Kreativplattform für kollaborative Ideenfindung, hat dazu einen internationalen Online-Wettbewerb ausgeschrieben. Eine Jury aus Menschenrechtsaktivisten wie der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi und Designern wie Erik Spiekermann wird gemeinsam mit der Online-Öffentlichkeit das Logo auswählen. Die UdK-Absolventin Katrin Schübel ist Projektleiterin der Initiative bei Jovoto.

Warum braucht die Welt ein Logo für Menschenrechte?

Oft gibt es bei Protesten wie in Libyen und Ägypten Symbole, die nur regional verstanden werden. Weltweit existiert bisher kein Zeichen, das eindeutig für die Menschenrechte steht. Logos haben den Vorteil, bildhafte Zeichen zu sein, die man ohne Kenntnis einer Sprache wiedererkennt. Das erleichtert die Solidarisierung mit einer Bewegung. Das Human Rights Logo könnte eine Art Dachmarke sein, die mit den regional unterschiedlichen Anliegen gefüllt werden muss.

Warum wurde ein Online-Wettbewerb ausgeschrieben? Man hätte auch einen Auftrag an eine Grafikdesign-Agentur geben können.

Bei einem weltweit verständlichen Menschenrechtslogo ist es wichtig, dass es von den Menschen für die Menschen ist und nicht von einer Agentur kommt. Durch den Wettbewerb kommt man global mit Menschen ins Gespräch, die verstehen, wie in ihrer Region Symbole funktionieren. In Europa wissen wir oft gar nicht, wie ein Logo auf einem anderen Kontinent wahrgenommen wird.

Wie ist der Wettbewerb angelaufen? Gibt es schon viele Entwürfe?

Wir hatten nach dem ersten Tag schon 200 bis 300 Einreichungen. Jetzt sind wir seit gut acht Wochen online und gehen auf die 8000 Logos zu. Die Einreichungen kommen aus 186 Ländern.

Was macht ein gutes Logo aus?

Hinter einem guten Logo steht eine gute Idee. Es sollte einfach sein und einen hohen Wiedererkennungswert haben. Das Peace-Zeichen ist sehr einfach. Jeder erkennt es und jeder kann es nachzeichnen. Das ist eine Herausforderung bei einem Symbol: dass es jemand auch in den Sand zeichnen oder in Holz schnitzen kann. Von Designexperten heißt es manchmal, dieses oder jenes Logo sei nicht gut. Aber wenn es von den Menschen angenommen wird, ist es egal, ob es aus der Sicht von Designern gut ist.

Das Logo soll im September am Rande der Vollversammlung der Vereinten Nationen präsentiert werden. Was kommt danach?

So ein Zeichen kann man niemandem verordnen. Es muss sich frei verbreiten. Wir konnten weltweit Blogger gewinnen, die das Projekt unterstützen. So erreichen wir Menschen in vielen Ländern. Als ich die Fernsehbilder der Revolutionen in Tunesien und Ägypten sah, habe ich gedacht: Wenn in Zukunft etwas Ähnliches passiert, wäre es schön, wenn die Menschen dieses Symbol kennen und abbilden würden. So erhält es eine Strahlkraft und wird dadurch weitergetragen.

Mit Katrin Schübel sprach Stina Hoffmann. Noch bis zum 31. Juli können Logo-Entwürfe auf www.humanrightslogo.net eingereicht werden.

KATRIN SCHÜBEL (33) leitet den Online-Wettbewerb „Human Rights Logo“ auf der Kreativ-Plattform Jovoto. Sie ist Absolventin der UdK Berlin, die das Projekt als Partnerin mitträgt.

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