Zeitung Heute : Ein Überblick über die Besonderheiten beim Immobilienkauf in Frankreich und der Schweiz

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Jedes Land ist anders. Das gilt auch für den Immobilienkauf. Im folgenden ein kleiner Überblick über die wichtigsten Besonderheiten der in den nebenstehenden Artikeln beschriebenen Länder.

In Frankreich unterliegen Immobiliengeschäfte strengen Regeln, an die Makler und Notare sich halten müssen. Dem eigentlichen Kauf geht ein Vorvertrag voran. Er ist für beide Seiten verbindlich und unterliegt einer genauen notariellen Prüfung. Der Notar stellt unter anderem fest, ob der Verkäufer auch der rechtmäßige Eigentümer ist, ob weitere Personen Anrechte auf Haus oder Grundstück besitzen oder ob nicht angegebene Hypotheken das Eigentum belasten. So schützt das notarielle Testat vor vielen unangenehmen Überraschungen.

Vor dem Abschluss des eigentlichen Kaufvertrags muss der Käufer zehn Prozent der Kaufsumme überweisen, am besten auf ein notarielles Treuhandkonto. Gesalzen sind in Frankreich die Grunderwerbssteuern. Das zuständige "département" erhebt eine Registriersteuer von 15,4 Prozent des Kaufpreises. Ist das Haus offiziell als Ferienhaus deklariert, sind es nur 4,2 Prozent. Dazu kommt stets der Gemeindezuschlag von 1,2 Prozent.

Die Preise von Ferienimmobilien variieren erheblich. Im Elsaß bekommt der Käufer für 100 000 Mark ein kleines Chalet, in der Provence höchstens ein stark renovierungsbedürftiges Dorfhaus und an der Mittelmeerküste zu dem Preis überhaupt nichts mehr.

In der Schweiz sind Immobilien durchweg teurer. Die Grunderwerbsteuer beträgt je nach Kanton ein bis zwei Prozent. Problematischer noch als die Preise ist im Alpenländle die Rechtslage. Ausländer dürfen Immobilien nur zu Ferienzwecken erwerben. Die Nutzung ist stark eingeschränkt. Die ausländischen Eigentümer dürfen ihr Haus weder langfristig vermieten noch selbst dauerhaft bewohnen. Wie andere Touristen auch dürfen sie maximal drei Monate am Stück unter den Eidgenossen weilen, übers Jahr verteilt maximal sechs Monate.

Wer sein Schweizer Häuschen wieder losschlagen will, erlebt die nächste böse Überraschung. Verkaufen darf er frühestens fünf Jahre nach Erwerb und auch dann nur an Schweizer Bürger. Da Einheimische ein relativ geringes Interesse an Ferienimmobilien im eigenen Land zeigen, sind hohe Verluste bei Weiterverkäufen die Regel.

In Ungarn wirft die Regierung ausländischen Hauskäufern weder rechtliche noch steuerliche Knüppel zwischen die Beine. Für eine unbegrenzte Aufenthaltsgenehmigung müssen Ausländer nur nachweisen, dass sie über ein ausreichendes Einkommen verfügen. Der Erwerber braucht zudem eine Erwerbsgenehmigung des ungarischen Verwaltungsamtes. Das Amt prüft, ob die Devisen für den Hauskauf legal eingeführt wurden. Dann sind lediglich denkmalgeschützte Gebäude und landwirtschaftliche Flächen vom Erwerb ausgeschlossen.

Der Kaufvertrag muss den Preis in ungarischen Forint ausweisen. Einer notariellen Beurkundung bedarf es nicht. Die Sicherheit, die eine notarielle Prüfung verschafft, entfällt damit allerdings auch. Deshalb sollte der Käufer auf jeden Fall einen einheimischen Anwalt oder Notar einschalten. Der Anwalt verlangt ein bis zwei Prozent der Kaufsumme als Honorar. Die Erwerbssteuer beträgt je nach Wert der Immobilie zwei bis vier Prozent. Häuser und Grundstücke sind in Ungarn in der Regel äußerst günstig - gemessen an deutschen Preisen.

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