Zeitung Heute : Ein Uferweg für Pärchen HAUPTSTADT-KINO: WO PAUL UND PAULA SICH FANDEN

Für die Dreharbeiten bat die Defa den Magistrat um Hilfe. Trotz des riesigen Erfolges wurde eine Fortsetzung verworfen

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Nach 25 Jahren zurück zum Ort des höchsten Liebesglücks – eine hübsche Idee für gereifte Paare. Anfang Mai 1997 wurde das Nordufer der Rummelsburger Bucht Schauplatz solch einer Rückkehr. Paul und Paula – oder genauer: Winfried Glatzeder und Angelica Domröse – trafen sich noch einmal dort, wo die berühmte Traumszene ihres noch berühmteren Films gedreht worden war. Vier Kilometer Uferweg sollten ihren Namen erhalten, mit Schaulustigen und Filmfreunden wurde die amtliche Taufe vollzogen. Und damit Verliebte es dort künftig bequem haben, hat man gleich noch eine Bank aufgestellt.

Gedreht wurde auch im Volkspark Friedrichshain, dort entstand die Konzertszene – mit Musik vom Band. Pauls Wohnung lag in der Singerstraße in Friedrichhain, Paulas ein paar Straßen weiter. Eigens hatte DefaHauptdirektor Wilkening beim Magistrat um Unterstützung gebeten: „Das behandelte Thema ist eine politische und künstlerische Bereicherung der BerlinFilme, die wir seit 1950 planmäßig produzieren und mit denen wir aller Welt unsere Menschen und das sich stetig wandelnde Gesicht unserer Hauptstadt vorstellen.“

1979 schrieb Plenzdorf „Die Legende vom Glück ohne Ende“, die Pauls Geschichte weitererzählt. Es gab Überlegungen einer Verfilmung, wie Glatzeder sich erinnert: „Nach ,Paul und Paula‘ wollten wir ja einen zweiten Teil drehen, der noch viel kritischer gewesen wäre. Da sagte der Studiodirektor, ein ZK-Mitglied: ,Nur über meine Leiche!‘“

„Die Legende von Paul und Paula“ gibt es als DVD (Icestorm Entertainment), die neben dem Film unter anderem Biografien von Carow, Glatzeder und Domröse enthält, außerdem Interviews, ein Porträt des Komponisten Peter Gotthardt, Szenenfotos und den Kinotrailer. Es gibt auch eine Luxus-Edition mit beigefügter CD, auf der sich der Soundtrack mit den Puhdys befindet. ac

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