Zeitung Heute : Eine Leseecke sollte hell und gemütlich sein

Wer Bücher liebt, braucht einen ruhigen, gemütlichen Platz, an dem er sich ganz in die Lektüre vertiefen kann. Einen eigenen Leseraum oder gar eine Bibliothek gibt es in den wenigsten Wohnungen und Häusern. Meist muss die Leseecke also in einen Raum integriert werden, der auch für andere Zwecke genutzt wird.

Ein Durchgangszimmer ist dafür ungeeignet, ein riesiger kombinierter WohnEss-Küchenraum, in dem sich die ganze Familie tummelt und womöglich der Fernseher läuft, zumindest fragwürdig. Im Schlafzimmer oder Büroraum findet sich hingegen immer ein stilles Fleckchen. Meist ist jedoch der herkömmliche Wohnraum der Leseort der Wahl. Günstiger ist es allerdings, einen kleinen Rückzugsraum zu schaffen. Eine solche Nische lässt sich optisch abgrenzen, beispielsweise mit einer hohen Pflanze. Gut eignet sich ein Platz nahe am Fenster, zumindest wenn davor nicht das Leben tobt und ständig ablenkt. „Das Lesen von Büchern ist ein Austausch mit dem Text. Er lässt im Kopf Bilder entstehen. Dieser Prozess wird durch einen weitschweifenden Blick aus dem Fenster gut ergänzt“, sagt Bodo Franzmann, Leseforscher bei der Stiftung Lesen in Mainz. Allerdings macht es wenig Sinn, den Sitzplatz frontal zum Fenster auszurichten: Dann liegt der Text im Schatten. Besser ist eine seitliche Position. Dabei müssen Blendungen durch Sonnenstrahlen vermieden werden.

Zentrales Element jeder Leseecke ist eine gemütliche Sitzmöglichkeit. Das kann ein klassischer alter Ledersessel, ein moderner Schaukelstuhl, eine Couch, eine Relax-Liege oder ein Sitzsack sein. Das einzige, was zählt, ist, dass sich der Nutzer auch über längere Zeit beim Sitzen und Lesen wohlfühlt.

Fehlt noch das Licht für die langen Leseabende in der dunklen Jahreszeit. Licht zum Lesen muss drei Hauptanforderungen erfüllen: Es muss hell genug sein. Der Helligkeitskontrast zur Raumumgebung darf nicht zu groß sein. Und es darf nicht blenden. Wenn allein das Lesematerial angestrahlt wird und der übrige Raum im Dunkeln bleibt, verlängert das die Umstellung des Auges. Die Raumbeleuchtung sollte deshalb nicht komplett ausgeschaltet werden. Auch Deckenfluter mit einer zweiten, auf etwa halber Höhe angebrachten Leuchte erfüllen diese Anforderungen sehr gut. Moderne kleine Halogenlampen sind zwar sehr beliebt, auch weil sie eine angenehme Lichtfarbe haben. Auf Glanzpapier kann das Licht allerdings unangenehm reflektieren. Ideal sind Leuchten, bei denen sich Einfallwinkel und Höhe verändern lassen. Damit sind sie flexibel für verschiedene Körperpositionen nutzbar. So können sich auch andere Bewohner ihre Leseecke individuell einrichten. dpa

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