Zeitung Heute : Eine Stadt träumt von Olympia

Tromsø bewirbt sich für 2018 um die Winterspiele

Tromsø will es wissen und bewirbt sich ein zweites Mal um die Austragung der Olympischen Winterspiele – diesmal für das Jahr 2018. Bei der Kandidatur als Autragungsort für 2014 unterlag die Stadt nördlich des Polarkreises bereits im eigenen Land gegen Lillehammer. „Jetzt arbeiten die Menschen, die Lillehammer unterstützt hatten, für uns“, erzählt Bianca M. Johansen, Sprecherin von Tromsø2018 AS, selbstbewusst. Im vergangenen Jahr hatte sich das Norwegische Olympische Komitee für Tromsø entschieden, jetzt muss im Herbst die norwegische Regierung die Kandidatur auch offiziell unterstützen. Johansen ist zuversichtlich. „Bei der Bewerbung für 2014 regierten die Konservativen in Oslo, die Opposition war damals für unsere Bewerbung. Nun regiert sie das Land, mal sehen…", sagt sie. Eine Bewerbung der einzigen Stadt im hohen Norden, die ein stetiges Bevölkerungswachstum zu verzeichnen und ein grünes Konzept vorgelegt hat, müsste einer rot-grünen Regierung eigentlich passen.

„Nachhaltigkeit und Umwelt sind uns sehr wichtig. Wir wollen dafür norwegische und internationale Technologie einsetzen. Unser Ziel sind emissionsfreie Spiele“, erzählt Johansen und fügt erläuternd hinzu: „Ziel ist es, die Insel Tromsø, auf der das Stadtzentrum liegt, völlig autofrei zu gestalten." Sie glaubt an die nachhaltigen Spiele, die 22 000 neue Arbeitsplätze schaffen sollen, davon 4200, die ohne die Spiele nicht kämen.

Auch bei der Unterbringung der Gäste sieht sie keine Probleme – immerhin rechnet man mit bis zu 150 000 Besuchern pro Tag. „Die Zeit ist Nebensaison für Kreuzfahrtschiffe, wir mieten sie einfach. Hurtigruten ist dabei. Die Schiffe bieten eine attraktive Unterkunft, mit erstklassigem Service und guter Sicherheit.“

Selbst wenn Tromsø die Spiele nicht bekäme – schon der Kandidatenstatus wäre ein enormer Gewinn. Die Stadt erhielte weltweit Aufmerksamkeit. Das gilt nicht nur für die Umweltprojekte, sondern auch für die Universität und das Polarinstitut, das in Zeiten des Klimawandels immer mehr an Bedeutung gewinnt. „München ist ein starker Mitbewerber“, meint Johansen, „aber sie könnten ein Schneeproblem bekommen. Das haben wir in dem Maße nicht. Von Ende Januar bis in den März hinein fällt hier der meiste Schnee.“ R.B.

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