Zeitung Heute : Eine Studie zeigt, dass ostdeutsche Kinder medienorientierter sind

jn

Kinder verbringen immer mehr Zeit vor dem Fernseher. Das ist das Ergebnis der Studie "Kinder und Medien 1999", die in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Media Perspektiven" veröffentlicht wurde. Der Befragung zufolge ist das Fernsehen die zweithäufigste Freizeitbeschäftigung der sechs- bis 13-Jährigen. Nur mit dem Erledigen von Hausaufgaben verbringen Kinder mehr Zeit. In Westdeutschland hat heute jedes vierte Kind einen eigenen Fernseher, im Osten der Republik sogar jedes zweite. Bei der Vergleichsstudie im Jahr 1990 hatten lediglich 17 Prozent (West) sowie 25 Prozent der Kinder im Osten ein eigenes TV-Gerät.

Auffällig ist die Zunahme auch bei Videogeräten: 28 Prozent der Kinder besitzen eigene Rekorder, 1990 waren es nur drei Prozent. Wie bei TV- und Videogeräten gibt es auch bei der Computerausstattung ein Ost-West-Gefälle: Im Osten haben 20 Prozent der Kinder eigene Computer, im Westen sind es nur neun Prozent. Generell sind ostdeutsche Kinder der Untersuchung zufolge medienorientierter: Neben höherer TV-Nutzung (täglich 79 Minuten gegenüber 72 Minuten im Westen) weisen sie auch eine höhere Computernutzung (zum Spielen, Arbeiten oder Lernen) auf oder beschäftigen sich häufiger mit Video, Videospielen oder Spielkonsolen.

Am häufigsten und liebsten sehen Kinder Trickfilme, Daily soaps und Kindersendungen. Die beliebtesten Sender sind RTL, Kinderkanal, Super RTL und ProSieben. Nach dem Fernsehen ist das Radio das am häufigsten genutzte Medium. 15 Prozent der Kinder gaben an, täglich oder fast jeden Tag zu lesen. 40 Prozent lesen einmal in der Woche, 32 Prozent lesen dagegen selten.

Tagesspiegel - Debatten


Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben