Zeitung Heute : Eine Sünde wert

Fassbender & Rausch verwöhnt Schokoladenfans

Hella Kaiser

Salate, Gemüse, Obstsäfte, ach je, immer soll die Kost gesund sein und kalorienarm. Einen Tag lang pfeifen wir mal drauf. Und was machen wir da? Wir eilen schnurstracks zu Fassbender&Rausch am Gendarmenmarkt. Wenn wir schon sündigen, dann natürlich am noblen Ort. Und dieser Laden ist immerhin das größte Schokoladengeschäft Europas. Rund zwölf Meter misst die Pralinentheke, an der wir jetzt mal lustvoll schwach werden. Glühweinsterne, Mousse an Praliné, Ingwer-Plätzchen, Latte Macchiato-Kugeln oder Apfelstrudel-Eckchen, natürlich alles handgemacht. Und deshalb sieht kein Notenschlüssel auf den Cognac-Melodie-Pralinen wie der andere aus. Einpacken, bitte!

Und die Plantagenschokolade gleich dazu. Wieviel Kakaoanteile sie hat? Je nach Gusto, mal 35, mal 75 Prozent. Die ganze Palette macht sich gut, fein verpackt in einer dieser soliden Holzkisten.

Nur den Schokoladenweihnachtsmann lassen wir stehen. Mit einer Höhe von fast 2,60 Metern ist er der größte der Welt, zusammengebastelt aus 8000 kleinen Weihnachtsmännern und über 3500 Pralinen. Gesicht und Bart sind aus Marzipan. Leider ist das Anknabbern verboten. Alternativ greifen wir zu einer Marzipankartoffel, die ihren Namen wirklich verdient. Groß, runzlig und unegal wie eine Pellkartoffel kommt sie daher. Und dann die Lebkuchen. Einfach verlockkend. Bestimmt schmecken sie genauso wie jene aus der klitzekleinen Dorfbäckerei in längst vergangenen Kindertagen.

Schamhafte Gemüter lassen sich die Köstlichkeiten aufwändig einpacken. Zu Hause reißen sie die Schleifchenpackungen dann klammheimlich auf und lassen sich die süßen Pralinen auf der Zunge zergehen. Wahren Luxus genießt man am besten allein.

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