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Der Olympiapark umfasst mehr als nur das neue alte Stadion, das eine ganz spezielle Infrastruktur erfordert. Eine Übersicht

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Weimar und Neumünster wären kein Problem. Für Flensburg wär’s sehr eng – aber auch Flensburgs Bevölkerung würde im Olympiastadion Platz finden. 76000 Sitzplätze erfordern die Logistik einer Kleinstadt. Wir haben uns umgeschaut.

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Stellen wir uns vor: 9. Juli 2006, in Berlin findet das Finale der Fußball-WM statt, das Flutlicht brennt. 4500 Leuchten sind am Dach befestigt, gebündelt ergeben sie 320 Scheinwerfer. Die Erfahrung zeigt, dass während eines Spiels 500000 Watt pro Stunde an Stromkosten verbraucht werden. Detlef Reichenbacher, der technische Stadiondirektor, nennt die Kosten für 90 Minuten Fußball unter Flutlicht: „150 Euro, nicht mehr.“ Allerdings kommen Küche, Klima und Co. hinzu, so dass es am Ende 5000 Euro pro Spiel sind.

Während eines Fußballspiels wird so viel Wasser verbraucht wie in einem Familienhaus pro Jahr. In den Spülkästen der Stadiontoiletten sind nur 4,5 statt normalerweise sechs Liter. Pissoirs spülen sogar nur die Hälfte gegenüber den Modellen in Kneipen herunter, und das auch nur im 20-Sekunden-Takt. (Sollte kein Spiel sein, wird ein Sensor dem Computer mitteilen, nur ein Mal pro Tag zu spülen.) Der Wassergeiz hat Gründe: Die Abwasserrohre sind zwar zwei Meter dick, liegen aber in 17 Metern Tiefe. Die hätte man nicht so leicht austauschen können.

Versickert der Regen? Unter dem Spielfeld schon, dort befindet sich eine Versickerungswanne. Das Wasser auf dem Dach allerdings wird über Regenrinnen, die das Wasser schnell über Rohre in die Tiefe leiten, in einen Betonbehälter am Südtor des Stadions gelenkt. Mit dem Inhalt der Zisterne, 15 Millionen Liter, wird der Rasen bewässert. AG

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