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Der Weg zu einer legalen Stelle im Haushalt

Heike Jahberg

Ist Schwarzarbeit im Haushalt derzeit straffrei?

Nein. Wer eine Putzfrau oder eine Babysitterin schwarz beschäftigt, verstößt auch heute schon gegen zahlreiche Straf- und Bußgeldvorschriften. So kann das Finanzamt eine Geldbuße von bis zu 25 000 Euro verhängen, die Sozialversicherungsträger ein weiteres Bußgeld von maximal 5000 Euro. Wer einen Ausländer beschäftigt, der keine Arbeitsgenehmigung hat, kann theoretisch zusätzlich mit einer Geldbuße von bis zu 500 000 Euro bestraft werden, dem ausländischen Arbeitnehmer selbst droht ein Bußgeld von bis zu 5000 Euro. Allerdings ist die Gefahr, entdeckt zu werden, in Privathaushalten nicht sehr hoch. Die Fahnder des Arbeitsamtes konzentrieren sich bei ihren Kontrollen vor allem auf den gewerblichen Bereich.

Wie kann man seine Haushaltshilfe legal beschäftigen?

Seit dem 1. April 2003 können Sie Ihre Haushaltshilfe bei der Minijob-Zentrale anmelden, die von der Bundesknappschaft betrieben wird. Die Behörde zieht dann die fälligen Sozialabgaben und Steuern ein, die deutlich unter den Abgaben für normale Arbeitsverhältnisse liegen. Voraussetzung: Der Arbeitnehmer verdient maximal 400 Euro im Monat und erledigt haushaltsnahe Dienstleistungen (Kochen, Putzen, Kinderbetreuung, Pflege).

Wie hoch sind die Abgaben für Minijobs?

Wer im Haushalt eine Hilfe fürs Putzen beschäftigt, zahlt eine niedrige Steuer- und Sozialabgabenpauschale von zwölf Prozent. Davon führt die Minijob-Zentrale fünf Prozent an die Renten-, weitere fünf Prozent an die Krankenversicherung und zwei Prozent als Pauschalsteuer ans Finanzamt ab. Hinzu kommt noch eine Umlage von 1,3 Prozent für die Lohnfortzahlung. Die Haushaltshilfe selbst bekommt ihren Lohn brutto für netto.

Darf ich mehrere Minijobber beschäftigen?

Ja, in einem Haushalt können beliebig viele Minijobber arbeiten – allerdings darf niemand mehr als 400 Euro im Monat verdienen.

Können Arbeitnehmer mehrere Minijobs ausüben?

Ja, allerdings dürfen sie durch ihre Minijobs nicht mehr als 400 Euro im Monat verdienen. Wenn sie mehr verdienen, müssen sie ganz normal Sozialabgaben und Steuern zahlen.

Kann man auch seine polnische Putzfrau bei der Minijob-Zentrale anmelden?

Die Bundesknappschaft versichert, dass sie keinen Datenabgleich mit anderen Behörden durchführt und auch keine internen Kontrollen vornimmt. So überprüfe die Minijob-Zentrale nicht, ob ein Arbeitnehmer mehrfach bei verschiedenen Arbeitgebern auftaucht, heißt es. Dennoch wollen vor allem ausländische Arbeitnehmer, die keine Arbeitserlaubnis haben, nicht bekannt werden. Da beim Anmeldeverfahren für die Minijob-Zentrale Arbeitnehmer und Arbeitgeber unterschreiben müssen, dürfte die Anmeldung in diesen Fällen meistens unterbleiben.

Wie meldet man seine Haushaltshilfe an?

Wer einen Minijobber anmelden möchte, hat es recht leicht. Man muss nur den so genannten Haushaltsscheck anfordern und ausfüllen. Das Formular kann man im Internet unter www.minijob-zentrale.de herunterladen oder am Servicetelefon der Bundesknappschaft bestellen, Tel.: 0800/200504.

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