Zeitung Heute : Einfacher zum eigenen Funknetz

Alternativen zu WLAN

Kurt Sagatz

DSL-Modem, WLAN–Router, Funkkarte – die nicht ganz unkomplizierte Technik schreckt viele Menschen vom schnurlosen Internet-Surfen ab. Wer jedoch seinen Computer oder seinen Laptop daheim nur kabellos mit dem Internet verbinden will, kommt mit der Bluetooth-Funktechnologie erheblich einfacher zum Ziel. Die Berliner Kommunikationsexperten der Firma AVM haben ein Paket entwickelt, mit dem man auf unkomplizierte Weise die Vorteile des drahtlosen Surfens nutzen kann, und das nun ebenfalls im DSL-Tempo.

Die „BlueFritz AP-DSL“ ist eine Weiterentwicklung der erfolgreichen ISDN-Serie von AVM. Das Paket besteht aus einer Basisstation (dem so genannten Access Point) und einem daumengroßen Funkadapter, der an den USB-Eingang des Computers beziehungsweise des Laptops angeschlossen wird. In der Basisstation befindet sich sowohl ein ISDN-Modem als auch ein entsprechendes Gerät für den schnellen DSL-Zugang. Im Gegensatz zur Wireless-LAN-Technik muss sich der Nutzer keine Gedanken über die Konfiguration der verschiedenen Komponenten machen. Nach dem Anschluss der Basisstation an die jeweiligen Telekom-Geräte und dem Einstöpseln des kleinen USB-Sticks kümmert sich die AVM-Software unter Windows um diese Details. Vom Nutzer muss nur das Sicherheitspasswort der Basisstation eingegeben werden. So wird zugleich sichergestellt, dass kein Unbefugter auf den eigenen Internet-Anschluss zugreifen kann.

Genau wie beim großen Bruder Wireless LAN lässt sich die AVM-Bluetooth-Technik dafür nutzen, ein kleines Netzwerk für daheim aufzubauen. Bis zu sieben Rechner lassen sich an die Basisstation anschließen. Diese PCs können sich einerseits die Internet-Verbindung teilen, andererseits aber auch Daten untereinander austauschen oder einen Drucker oder eine Fax-Schnittstelle gemeinsam nutzen.

Immer mehr Breitband-Surfer

Das AVM-Paket kommt zur richtigen Zeit: Wie das Marktforschungsunternehmen IDC in London gerade ermittelt hat, werden in den kommenden Jahren immer mehr Menschen zur schnellen Breitbandtechnologie wechseln. Verfügen bisher 18,7 Millionen Anwender über eine schnelle Verbindung mit dem Internet, so sollen es im Jahr 2007 bereits rund 50 Millionen sein, ergibt sich aus der IDC-Studie. Da sich insgesamt das Wachstum der Internet-Nutzer verlangsamen wird, geht das Plus bei den Breitband-Anschlüssen klar zu Lasten der klassischen Einwahlverbindungen über analoge Telefonleitungen oder ISDN.

Der Großteil der Funkverbindungen wird dabei Schätzungen zufolge auf Wireless LAN entfallen. Denn den Vorteilen des einfachen Handlings und der hohen Sicherheit bei Bluetooth-Geräten stehen einige Beschränkungen gegenüber: Bluetooth wurde als Nahbereichsfunk konzipiert, um unkompliziert Geräte in unmittelbarer Reichweite miteinander zu verbinden. Dazu gehören Drucker, Organizer, Handys und Telefonheadsets, die nur wenige Meter überbrücken müssen. Das AVM-Paket bringt es zwar im günstigsten Fall auf eine maximale Distanz von hundert Metern, innerhalb von Gebäuden kann der Spaß je nach Mauerwerk aber auch schon nach zehn Metern zu Ende sein. Zudem ist die Bandbreite auf circa 720 Kilobit pro Sekunde beschränkt. Lässt die Verbindungsqualität nach, sinkt die Bandbreite. Trotz der bei AVM eingesetzten Datenkompression surft man deshalb oft langsamer als bei einer festen DSL-Verbindung oder per Wireless LAN.

Das BlueFritz AP-DSL-Paket kostet unsubventioniert rund 220 Euro (zusammen mit GMX-DSL-Tarif rund 70 Euro) und funktioniert mit IBM-kompatiblen PCs mit Windows 98 oder höher.

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