Zeitung Heute : „Einheit in der Vielfalt“

Klaus Groth verfolgt mit dem Hofjäger Palais die Neuinterpretation des Stadthauses

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Herr Groth, dürfen wir zu dem neuen Bauvorhaben gratulieren? Braucht es nicht viel Mut und Kraft, ein solches Bauvorhaben in diesen schwierigen Zeiten zu realisieren?

Vielen Dank. Ja sicherlich braucht es das. Unsere Erfolge im gegenüberliegenden Tiergarten Dreieck haben uns einen großen Motivationsschub gegeben. Nun wollen wir im Köbis Dreieck gemeinsam mit unseren Partnern Investa, Hochtief und Kondor Wessels für das Hofjäger Palais noch einmal zeigen, was unseren Anspruch an einen modernen integrativen Städtebau ausmacht.

Sie beziehungsweise der Bezirk haben im Jahr 2002 den DIFA-Award für „Quartiere im städtischen Kontext“ für das Tiergarten Dreieck erhalten. Wofür steht dieser Preis?

Das Tiergarten Dreieck hat im In- und Ausland eine ganze Reihe von Anerkennungen erhalten, aber ganz besonders stolz sind wir natürlich über diese hohe Auszeichnung. Das Tiergarten Dreieck gilt in Berlin heute als das städtebauliche Symbol für das neue Selbstverständnis der Metropole. Die Auszeichnung bezog sich vor allem auf die hohe planerische und bauliche Innovationsleistung, die hohe Sozialverträglichkeit im Stadtteil, die Nachhaltigkeit und die integrative Planungsleistung. Wie bei kaum einem anderen innerstädtischen Quartier ist im Tiergarten Dreieck die Verbindung von Wohnen, Arbeiten und Leben gelungen. Ausgezeichnet wurde ein vitaler und lebenswerter Stadtteil mit vielen öffentlichen und privaten Grünflachen, vielschichtiger internationaler Kommunikation und sehr guter städtischer Anbindung.

Dieser „Quartiersgedanke“ ist aber für Sie kein Novum?

Nein, bereits bei der Errichtung unserer Vorstädte Karow und Kirchsteigfeld Anfang der 90er haben wir dieses Konzept erfolgreich umgesetzt. Und dieser Philosophie werden wir im Einklang mit unseren Partnern auch im Köbis Dreieck treu bleiben: Hier im grünen Herzen Berlins entsteht ein Quartier in prominenter Lage, städtebaulich zusammenhängend gestaltet mit einer herausragenden Freiraum- und Grünflächengestaltung. Und dennoch wird dieses Grundstück kleinteilig und differenziert bebaut. Daran arbeiten neun international bekannte Architekturbüros ganz im Sinne unseres Gestaltungsgrundsatzes „Einheit in der Vielfalt und trotzdem Nachhaltigkeit“.

Wofür steht „Nachhaltigkeit“ hier?

Auch das Köbis Dreieck zeigt sich nach außen in einer einheitlichen Blockrandbebauung um einen gemeinsamen Pocket Park. Dadurch erscheint das Quartier als harmonisches Ganzes. Jedoch wirkt die Bebauung mit ihrer Vielzahl unterschiedlich gestalteter Einzelhäuser städtischen Typs individuell und kleinteilig gegliedert. Die moderne Neuinterpretation des klassischen Stadthauses mit ihrem Bezug zur Tradition sorgt für eine Zeitlosigkeit der Architektur, die Generationen überdauern wird und eine hohe Werthaltigkeit darstellt.

Wird das Köbis Dreieck einmal ebenso international sein wie das Tiergarten Dreieck?

Wir verhandeln heute mit einer Vielzahl ganz unterschiedlicher Interessenten, die alle eines gemeinsam haben: den Wunsch, im grünen Herzen Berlins und dennoch zwischen Politik, Diplomatie und Kultur zu arbeiten. Und bereits heute wissen wir, dass auch das Köbis Dreieck ein Stadtviertel sein wird, wo Menschen aus ganz unterschiedlichen Regionen und Ländern zusammen wohnen und arbeiten werden. Nachfrage gibt es nicht nur bei den Berlinern, sondern Menschen aus aller Welt möchten im Hofjäger Palais eine Wohnung mieten oder kaufen, um sich hier im Zentrum von Berlin ihren Standort zu sichern.

Herr Groth, eine abschließende und private Frage sei erlaubt: Was motiviert Sie persönlich mit über 65 Jahren und dieser Erfolgsbilanz, noch einmal selbst Hand anzulegen bei diesem Bauvorhaben?

Nun, die Planungen für das Köbis Dreieck begannen bereits vor der Fertigstellung des Tiergarten Dreieck, also vor etwa acht Jahren – damals war ich noch bedeutend jünger als heute… Und damals bereits war klar, dass das Köbis Dreieck nur die logische Fortsetzung und Ergänzung des Tiergarten Dreiecks sein konnte. Dafür möchte ich weiterhin ganz persönlich mit Rat und Tat zur Verfügung stehen. Und wer weiß, vielleicht kann Berlin ja in einiger Zeit wieder einen Award für unsere Arbeit entgegen nehmen. Ohne tat- und finanzkräftige Partner hätte dieses Projekt so nicht realisiert werden können.

Ihr Herz hängt wohl am Köbis Dreieck?

Das Köbis Dreieck wird den Grundbedürfnissen seiner Bewohner nach einem optimalen Arbeitsplatz, einer wunderschönen und sicheren Wohnung und vielfältigen Grünflächen voll entsprechen. Unser Wohnungsangebot im Hofjäger Palais, vor allem bezogen auf Qualität und Sicherheit, werden Sie in Berlin nicht noch einmal finden. Und von hier aus erreichen Sie zu Fuß das Brandenburger Tor mitten durch den grünen Tiergarten, den Potsdamer Platz und das Sony Center, die Philharmonie, fast alle Botschaften und natürlich den Kurfürstendamm. Im Hofjäger Palais können Sie leben wie Gott in Frankreich, nur dass er keinen Doorman hatte, und darum Zeitungen und Schrippen selbst holen musste.

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