Einkaufszentrum an der Schloßstraße : „Ich wollte etwas Schönes machen“

Stuck, Sandstein und künstliche Sonnenaufgänge: Schloss-Herr Harald Huth über sein Konzept

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Herr Huth, was sind die größten Besonderheiten im „Schloss“?

Zum einen ist es von außen schicker als viele andere Center: Wir haben eine an historischen Vorbildern orientierte Kaufhausarchitektur mit Glas und viel Sandstein gewagt. Die Innenarchitektur wird erst recht alle von den Socken hauen. 60 Stuckateure waren damit beschäftigt, es ist eine handwerkliche Meisterleistung. Hinzu kommt unser medialer „Himmel“ mit den Riesen-Projektionen. Eine Weltneuheit.

Welche Motive gibt es zu sehen?

Wir haben eine Unterwassserwelt, eine Weltraumwelt und eine Tageswelt mit Sonnenauf- und -untergängen. Diese Computeranimationen dauern jeweils etwa 14 Stunden.

Wer hat sich das ausgedacht?

Die Innen- und Außenarchitektur haben Architekten und Ingenieure gemäß meiner Philosophie erstellt. Jedes Detail wurde neu erfunden und mit mir abgestimmt. Für die Animationen habe ich das Storyboard mit entwickelt. Nach den Gropius-Passagen in Neukölln – die architektonisch eher schrecklich sind, aber glücklicherweise trotzdem sehr erfolgreich – wollte ich etwas Schönes und Besonderes machen. Dabei habe ich mich durch Shoppingcenter in aller Welt inspirieren lassen, besonders von Las Vegas. Mit dem Bezirk gab es eine hervorragende Zusammenarbeit. Ohne den Bürgermeister und den Baustadtrat wäre das Projekt nicht möglich gewesen.

Kritiker warnen vor der Verödung der Schloßstraße, weil das Center zu viel Anziehungskraft hat. Können andere Geschäfte profitieren?

Wir bringen eine neue Qualität und Publikumsfrequenz an das südliche Ende der Straße. Viele Anlieger freuen sich darauf, aber sie haben auch Respekt. Wir rechnen mit 40 000 Besuchern pro Tag; das Haus war schon ein Jahr vor der Eröffnung voll vermietet. Zu den Mietern gehören 70 neue Geschäfte und 20, die bereits in der Straße ansässig sind.

Was ist aus der Idee eines Parkleitsystems geworden?

Vorerst ist diese Idee leider gescheitert, aber wir wollen das nachholen. Bei uns stehen den Kunden jedenfalls knapp 600 Stellplätze zur Verfügung.

Interview: Cay Dobberke

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