Zeitung Heute : Einsam im Datendschungel

HANS-PETER STRICKER

Die Software-Suche ist nur im AOL-Archiv komfortabel VON HANS-PETER STRICKER

Um den Ansprüchen seiner Kundschaft gerecht zu werden, die naturgemäß nur aus Computerbenutzern besteht, hält auch der Online-Dienst AOL ein umfangreiches Archiv an Software bereit.Aus dem kann sich jedes Mitglied bedienen und Computerspiele, Textverarbeitungsprogramme oder den neuesten Druckertreiber auf seine Festplatte herunterladen.Umsonst ist das nur auf den ersten Blick: Viele Programme sind Shareware, für die nach einer Probezeit direkt beim jeweiligen Hersteller ein Entgelt bezahlt werden muß.Das allerdings ist selten besonders hoch und beträgt normalerweise nur zwischen 20 und 50 Mark. Den einfachsten Zugang zum AOL-Software-Archiv hat man über das Kennwort "Software".Hier, im deutschen AOL Software Center, sind alle verfügbaren Programme in thematische Gruppen geordnet: ein Mausklick öffnet zum Beispiel das Verzeichnis der Computerspiele, ein anderer das der Programmierwerkzeuge.Handverlesene Software ist aber auch auf den Seiten von Computerzeitschriften wie WIN oder Macwelt zu finden, die über AOL aufgerufen werden können.Eine Liste aller AOL-Computermagazine liegt etwas versteckt auf der "Computing"-Startseite.Der erste Weg sollte allerdings vom Software Center aus über das Symbol "Packer" zu den Datenkomprimierungsprogrammen führen. Da die meisten Programme, um Übertragungszeit zu sparen, vom Anbieter komprimiert (gepackt) wurden, braucht der Benutzer üblicherweise ein Programm, um sie nach dem Herunterladen zu entpacken.Anders bei AOL: Nach dem Runterladen aus dem AOL-Archiv werden Daten automatisch entpackt.Und noch ein Tip: Wurde ein Programm gefunden, das man sich auf den heimischen Rechner holen möchte, muß nicht sofort der "Download"-Button gedrückt werden.Ein Klick auf "Später herunterladen" macht einen Eintrag in den AOL-Archivmanager, der es erlaubt, die Datei später, zum Beispiel nachts, über den automatischen AOL-Kurierdienst abholen zu lassen.Der Kurierdienst wird über den Menüpunkt "E-Mail/Kurierdienst" aufgerufen. Auch in Sachen Software-Download hätte AOL hart gegen die Konkurrenz "Internet" zu kämpfen, würde der Online-Dienst sie sich nicht einfach einverleiben.Außer dem Sprung ins World Wide Web, den Newsgruppen und dem Versenden und Empfangen von Internet-E-Mail bietet AOL nämlich auch den internet-eigenen Dateiübertragungsservice FTP an.Von der gleichnamigen AOL-Seite aus wird man zu den einschlägigen Shareware-Sammlungen geführt, die das Internet so bereithält, zu shareware.com etwa oder tucows.com. Die gezielte Suche gestaltet sich freilich im Internet schwieriger und unkomfortabler als die in den AOL-eigenen Beständen.Die auf der FTP-Seite eingebaute Suchmaschine kommt mit deutschen Suchbegriffen (zum Beispiel "Textverarbeitung") nicht zurecht, und der Internet-Suchdienst "Archie" braucht den exakten Dateinamen (etwa "sptn3209.zip"), um den Rechner zu finden, auf dem das Programm liegt.Wer seine Shareware schnell und unkompliziert finden will, bleibt lieber zu Hause bei Mütterchen AOL.

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