Zeitung Heute : Eintritts- karte zur Lernkarriere Bald sind Bachelor und Master selbstverständlich

Fred Winter

Viele Hochschulen tun sich noch schwer, ihr Studienangebot auf Bachelor und Master umzustellen. Die Technische Fachhochschule Berlin (TFH) wird ab dem kommenden Semester nur noch die neuen Abschlüsse vergeben. Sie hat alle Studiengänge dem internationalen Trend angepasst und die Inhalte aktualisiert.

„Aus Gesprächen mit Studieninteressierten wissen wir, dass sie viel weiter sind als die meisten Hochschulen“, sagt Ulrike Haeßner le Plat, die Leiterin der Zentralen Studienberatung an der TFH. „Für sie sind Bachelor und Master kein Problem. Im Gegenteil: Sie fragen gezielt danach, weil die neuen Abschlüsse das Tor zu einer internationalen Karriere aufstoßen.“ Allerdings muss sie darauf hinweisen, dass das neue System leistungsorientierter ist. „Früher gingen die Noten des Vordiploms nicht in das Diplomzeugnis ein“, nennt sie ein Beispiel. „In die Bachelornote gehen alle Prüfungen ein, die man während des Studiums bestanden hat. Und nur ein guter Bachelor ermöglicht den Übergang ins Masterstudium.“

Das häufigste Problem, vor dem Studieninteressierte stehen, ist die Frage: Was studiere ich? „Das bewegt sie, ganz gleich, ob sie das Abitur oder die Fachhochschulreife in der Tasche haben.“ Ulrike Haeßner le Plat empfiehlt, möglichst früh einen Blick in die Hochschule zu werfen. „Manchmal ist es für das spätere Studium hilfreich, in der Oberstufe bestimmte Leistungskurse zu wählen“, erläutert sie. „Zudem muss vor Studienbeginn ein mehrwöchiges fachbezogenes Praktikum abgeleistet werden, das braucht ebenfalls Vorlauf.“ Wie groß der Informationsbedarf ist, zeigte der letzte Infotag, den mehr als 3000 Schülerinnen und Schüler besuchten. „Für sie ist das Studium nicht nur der Eintritt in einen gut bezahlten Job“, sagt die Studienberaterin, „sondern der Beginn einer lebenslangen Lernkarriere.“

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