Zeitung Heute : Eiskalte Profis...

Ocka Caremi

Mit einem Paar Schlittschuhen an den Füßen kann man auf einer Eisfläche eine Menge anstellen: Man kann ganz schnell laufen, besonders schöne Kreise ziehen, sich um sich selbst drehen wie ein Kreisel - und man kann Eishockey spielen. Genau das machen Peggy und Moritz.

Die beiden sind acht Jahre alt und trainieren bei den "Young Capitals". Gemeinsam mit 28 anderen Kindern treffen sie sich dreimal in der Woche in der Deutschlandhalle. Eishockey ist ein schnelles Spiel. Peggy und Moritz jagen über das Eis und versuchen, mit ihren Holzschlägern den Puck ins Tor zu schießen. Der Puck ist eine kleine, dicke Scheibe aus hartem Gummi. Damit sich niemand verletzt, wenn er mal von der Scheibe getroffen wird, sind alle Kinder gut verpackt: Jeder hat einen Helm auf dem Kopf, der Hals wird durch eine dicke Krause geschützt, und unter den bunten Hemden tragen die Kinder Armschützer, Ellenbogenschoner und Beinschienen.

So gut gepolstert kann einem nichts passieren, auch nicht bei einem Sturz auf das harte Eis. Heute üben die kleinen Eishockey-Talente für ein Turnier am Wochende: Sie gehen in die Hocke, springen über ihre Handschuhe und laufen um die Wette. Viele Eishockey-Spieler lernen Drehungen und Sprünge, wie sie sonst nur die Eiskunstläufer machen. Solche Übungen machen beweglich und trainieren den Gleichgewichtssinn.

Eishockey und Eiskunstlauf haben ansonsten nicht viel gemeinsam. Eiskunstläufer gleiten in glänzenden Kostümen über das Eis und bewegen sich im Rhythmus der Musik. Ihre Sprünge heißen "Flip" oder "Rittberger", und wenn sie zu zweit über die Eisfläche tanzen, heben sie sich gegenseitig in die Luft.

Für Eissport braucht man viel Kraft und Ausdauer. Wer ein berühmter Eiskunstläufer oder eine Profi-Eishockeyspielerin werden will, muss schon als kleines Kind mit dem Training beginnen. Bei den "Young Capitals" sind die jüngsten Sportler vier Jahre alt. Nur wer sehr begabt ist, kann auch noch mit acht oder neun Jahren in einen Verein eintreten und vielleicht später Berufs-Eissportler werden.

Aber Goldmedaillen und die Bundesliga sind nicht alles. In Berlin gibt es mehrere Eisbahnen. Dort könnt ihr euch Schlittschuhe ausleihen, einen ganzen Tag lang Katarina Witt spielen und euch zwischendurch mit Lakritzen und heißem Kakao stärken. Dass Schlittschuh laufen Spaß macht, wussten übrigens schon die Wikinger. Sie haben sich scharfe Knochen unter die Füße geschnallt und sind damit über zugefrorene Seen geschliddert.

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