ELECTRO-POPZoot Woman : Warten auf den Meister

Jörg W,er

Das Video zur neuen Single „We won’t break“ ist das erste musikalische Lebenszeichen von Zoot Woman seit fünf Jahren. Mit seiner hinreißenden Adaption altniederländischer Gemälde von Brueghel und Bosch zählt es zu den schönsten seiner Gattung. Man bekommt große Lust auf mehr, doch bis zum nächsten Album muss man sich noch etwas gedulden.

Und das, obwohl genau der Sound, den die drei Briten auf zwei tollen Alben und herausragenden Singles wie „Living in a Magazine“ und „Grey Day“ unters Volk warfen, inzwischen weltweit durchgestartet ist: Zoot Woman haben den Synthie- und Gitarren-Glampop von New Order, Pet Shop Boys und Duran Duran für das neue Jahrtausend aufbereitet und damit Bands wie Phoenix, Hot Chip oder Scissor Sisters den Weg geebnet.

In gewisser Weise wurden Zoot Woman zumindest in Gestalt ihres Bandleader Stuart Price (Foto, links) Opfer des Erfolgs: Der multitaskende Zappelphilipp mit diversen Nebenprojekten und Fake- Identitäten wurde von Madonna als Zeremonienmeister für zwei ihrer Welttourneen engagiert und rettete dem ins Schlingern geratenen Megastar mit der grandiosen Diskokugel-Hommage „Confessions on a Dancefloor“ auch gleich noch das künstlerische Renommee. Daneben remixt und produziert er alles und jeden von Killers bis Seal. Kein Wunder, dass die eher unterbeschäftigten Brüder Johnny und Adam Blake langsam ungeduldig wurden und auf die Fertigstellung der seit Ewigkeiten angekündigten neuen Platte drängten. Zur Tour ist es damit nichts mehr geworden, aber oben genannter Vorgeschmack lässt zumindest erahnen, dass mit Zoot Woman wieder verstärkt zu rechnen ist. Jörg Wunder

Postbahnhof, Sa 22.3., 20 Uhr, 16 € + VVK BF794

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