Zeitung Heute : Elektronische Assistenten: Organizer für jeden Zweck

Holger Schloesser

CeBIT-Neulinge erkennt man daran, dass sie bei der Suche nach einem Aussteller ihre Hälse nach Standnummern verrenken, während Profis einen schnellen Blick auf ihren elektronischen Assistenten werfen. Die Deutsche Messe AG, der Bluetooth-Spezialist lesswire, Microsoft, Infineon und Compaq bieten gemeinsam den "Mobile Fair Guide" an, der per PDA sicher durch den Messedschungel führt. Vorausgesetzt, der digitale Assistent gehört zur neuesten Generation und kann Daten bereits drahtlos über eine Bluetooth-Schnittstelle empfangen. Wer ein älteres Modell sein eigen nennt, der kann sich auf der Messe über die neuesten elektronischen Winzlinge informieren.

Marktführer Palm Computing zeigt den neuen Einsteiger-Palm m105. Die wichtigsten Neuerungen sind acht MByte Arbeitsspeicher sowie das im Lieferumfang enthaltene "Palm Mobile Internet Kit". Mit dieser Internet-Zugangssoftware kann man auch mobil im Web surfen, E-Mail und SMS-Nachrichten verschicken. Zielgruppe des etwa 530 Mark teuren Geräts sind Einsteiger und jüngere Käufer. Dafür gibt es wie vom Handy gewohnt 19 bunte Frontabdeckungen, mit denen der Organizer jederzeit mit dem Outfit harmoniert. Neben dem Einsteigergerät gibt es erste Einblick in eine neue Modellreihe mit Palm OS 4.0 geben. Bei Palm hält man sich zwar noch bedeckt, doch äußerlich sollen die Geräte der Palm-V-Serie ähneln.

Immer wichtiger werden in dem Markt Module, mit denen man den elektronischen Begleiter um nützliche Funktionen aufrüsten kann. Sowohl für Palm III als auch für Palm V kann man beispielsweise GSM-Aufsätze sehen, mit denen man direkt über den PDA im Internet surfen kann, ohne sein Handy dafür hergeben zu müssen. Auch Kodak zeigt ein neues Modul aus seinem Kamera-Sortiment. Die PalmPix Kamera wird auf den Palm m105 Handheld aufgesteckt und nimmt farbige, digitale Bilder in VGA-Qualität auf. Die Fotos können später mittels HotSync-Technologie auf den Computer übertragen werden. Auch Sony setzt bei seinem neuesten Organizer auf das Palm-Betriebssystem. Der japanische Elektronik-Konzern stellt in Hannover seinen PDA Clié für den deutschen Markt vor. Zunächst gibt es den Clié nur mit einem Graustufen-Display. Neu ist jedoch das Sony-typische Rädchen, der Jog-Dial, mit dem der Nutzer bequem durch die einzelnen Menü-Punkte der Programme navigieren kann, sowie ein Steckplatz für Memory Sticks.

Auch wenn Palm im PDA-Markt noch immer die Nase vorn hat, so ist ein deutlicher Zuwachs bei der Konkurrenz der Pocket PCs zu erkennen, die mit einer Windows-CE-Version ausgestattet sind. Das Flaggschiff von Compaq nennt sich iPAQ und hat sich in seiner neuesten Version H3630 optisch nicht verändert - nur der Arbeitsspeicher wurde auf 64 MB erweitert. Statt technischer Neuerungen demonstriert Compaq auf seinem Stand lieber mobile Büroanwendungen für den Profi-Einsatz. Der Handheld tauscht dabei Daten über GSM- und GPRS- fähige Komponenten mit dem Büro oder dem Internet aus. Auch die Navigation im Auto und der Zugriff auf Informationen aus dem Internet, WAP und E-Mail ist möglich.

Hewlett Packard zeigt ein neues Mitglied der Jornada 700-Familie, den HP Jornada 710. Trotz seiner geringen Außenmaße und gerade mal einem halben Kilo Gewicht lässt sich der Handheld PC komfortabel bedienen. Bei einer Bildschirmdiagonalen von 16,7 Zentimeter können Anwender Texte und Tabellen in Ganzseitenansicht bearbeiten. Der Jornada 710 ist ab 1. April für 1699 Mark erhältlich. Darüber hinaus hat das Unternehmen seinen neuen HP Jornada 525 mit nach Hannover gebracht. Der neue PDA-Winzling wiegt nur 230 Gramm und soll mit seinem vergleichsweise niedrigen Preis von 799 Mark vor allem Einsteiger ansprechen. Dafür bekommt man eine komplette Softwareausstattung mit Windows Media Player für MP3, Voice Recorder und dem Microsoft-Reader für E-Books. Der PDA ist ab Mitte April 2001 erhältlich.

Bleibt noch der Dritte im Bunde, das Betriebssystem Epoc des Symbian-Konsortiums. Das britische Unternehmen Psion zeigt mit der Serie 5mx sein neues Einstiegsmodell für EPOC-Handhelds. Äußerlich ähnelt es der Serie 5mx PRO, hat jedoch statt 32 MB nur 16 MB Speicher. Bei dem Gerät sollen vor allem mobile Office-Anwendungen und eine hohe Verarbeitungsgeschwindigkeit im Vordergrund stehen. Die Kommunikation des PSION Serie 5mx (Email, SMS, Fax) erfolgt über Mobiltelefon oder Modem.

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