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2600 Berliner Ärzte gaben Auskunft, welche Kliniken sie bevorzugen

Carl-Christoph Henkel[D iges Institut Berlin]

Neben Angaben zu Behandlungszahlen, Qualitätsdaten und Ausstattungsmerkmalen bietet das Kliniksuchportal gesundheitsberater-berlin.de die Ergebnisse von mehreren Umfrage unter niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten Berlins aus den Jahren 2007, 2008 und 2009. Die befragten Mediziner gehörten unter anderem den folgenden Fachgruppen an: Allgemeinmedizin, Augen-, Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Ärzte für Hautkrankheiten, Innere Medizin, Kinderheilkunde sowie Urologie. Insgesamt haben sich in den drei Jahren rund 2600 niedergelassene Mediziner und Psychotherapeuten an den Befragungen beteiligt.

Die Methodik folgte dabei immer dem gleichen Muster. So erhielten für die Befragung im Jahr 2009 insgesamt 4439 Ärztinnen und Ärzte ein Schreiben von den Initiatoren des Klinikvergleichs. Dem Brief war ein Fragebogen beigefügt, mit dem der Arzt um Klinikempfehlungen gebeten wurde. Die Indikationen waren den Fachgruppen zugeordnet. So sollten etwa die Urologen Krankenhäuser für eine Prostataoperation empfehlen.

Zu jeder der Behandlungen konnte der Arzt zunächst Kliniken nennen, die er seinen Patienten empfehlen würde. Dabei konnten bis zu drei Krankenhäuser je Indikation genannt werden. Darüber hinaus konnte der Arzt eine Extraempfehlung für eine stationäre Einrichtung abgeben, die er im Bedarfsfall selbst wählen oder nahen Angehörigen anraten würde. Mit dieser Zusatzfrage wird erreicht, dass die besonders hoch geschätzten Behandlungszentren zweimal genannt und so in der Auswertung stärker berücksichtigt werden konnten.

Für die Datenaufbereitung wurden alle zu einer Indikation abgegebenen Empfehlungen – also bis zu vier – gezählt. Anschließend wurde berechnet, welcher Anteil der Gesamtsumme aller Empfehlungen auf die jeweilige Klinik entfiel. In der Auswertung wurden nur Empfehlungen für Krankenhäuser berücksichtigt, die dem Stadtgebiet angehören und die für die Behandlung von gesetzlich versicherten Patienten die Zulassung haben.

Bei der Durchführung der Befragung wurde ein Verfahren angewandt, das sicherstellt, dass die Ergebnisse durch regional unterschiedlich hohe Antwortbereitschaften der Ärzte weniger beeinflussbar sind. Das Berliner Stadtgebiet wurde in Regionen – sogenannte Sampling Points – mit einer vergleichbaren Anzahl an Medizinern bestimmter Fachrichtungen eingeteilt. In der Folge wurden die eingehenden Antworten diesen Regionen zugeordnet. In Regionen mit schwachem Rücklauf wurden die angeschriebenen Ärzte, die auf die Befragung nicht reagiert hatten, per Telefon um Mitwirkung gebeten. Durch die Kombination aus schriftlicher und telefonischer Erhebung wurde eine gleichmäßige Beteiligung der Ärzte in allen Regionen der Stadt erreicht. Ziel der Befragung war eine Rücklaufquote von mindestens 30 Prozent pro Sampling Point, was 1332 befragten Ärzten entspräche.

Diese Zielmarke wurde deutlich überschritten. Insgesamt beteiligten sich allein im vergangenen Jahr 1629 Ärzte an der Umfrage, was einer Rücklaufquote von 37 Prozent entspricht. Im Vergleich zu anderen Befragungen dieser Art ist eine Rücklaufquote in dieser Größenordnung als außergewöhnlich hoch einzustufen und stellt eine gute Basis für den Berliner Klinikvergleich dar. Gegenüber den Vorjahren konnte die Rücklaufquote erneut erhöht werden. In den zuvor durchgeführten Berliner Klinikvergleichen betrug sie 35 Prozent (2008) beziehungsweise 31 Prozent (2007).

Carl-Christoph Henkel,

iges Institut Berlin

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