Zeitung Heute : Endlos surfen ohne Grundgebühr

MAURICE SHAHD

"Unser Angebot ist vor allem auf Geschäftskunden ausgerichtet.Mit dem Internet-Privatzugang wollen wir jedoch verstärkt um Privatkunden werben", erklärt Kai Weigert, Geschäftsführer der Transmedia GmbH.Das Angebot des Providers für Privatkunden ist durchaus attraktiv.Eine Stunde Online-Zeit kostet bei Transmedia 4 Mark 20.Das klingt teuer, doch betragen die Kosten im Monat maximal 35 Mark.Bezahlt werden müssen also nur die ersten knapp achteinhalb Stunden der online verbrachten Zeit.Der Vorteil gegenüber Tarifen mit Grundgebühr oder Pauschaltarifen: Es muß nicht gezahlt werden, wenn der Zugang nicht genutzt wird, zum Beispiel weil man im Urlaub ist.Positiv ist ebenfalls, daß die Onlinezeit sekundengenau abgerechnet wird.Bezahlt werden kann ausschließlich per Lastschriftverfahren.Die Kündigung des Vertrages ist nur mit einer Kündigungsfrist von vier Wochen zum Quartalsende möglich, was aber unerheblich ist, da keine Kosten anfallen, wenn der Zugang nicht genutzt wird.



"Bisher haben wir den 35-Mark-Tarif nicht aktiv beworben, wollen aber jetzt etwas Bewegung in den Markt bringen", erläutert Weigert.Privatkunden könnten vor allem von der guten Internet-Anbindung des Providers profitieren.Im Test erreicht Transmedia tatsächlich gute Geschwindigkeitswerte.Für die Übertragung der 486 Kilobyte großen Testdatei wurden analog im Durchschnitt knappe zwei Minuten benötigt, bei einer durchschnittlichen maximalen Übertragungsrate in Höhe von 3,6 Kilobit pro Sekunde.Die Einrichtung des Zugangs unter Windows95 verlief ohne Probleme.Für die Installation der Software wird eine CD-ROM mitgeliefert.Neben den gängigen Browsern von Netscape und Microsoft finden sich unter anderem auch Virenscanner und einige Plug-ins, mit denen die Funktionen des Browsers erweitert werden können.Leider wird weder für den Zugang noch für die CD-ROM eine Installationsanleitung mitgeliefert.Wer Schwierigkeiten hat, bekommt Hilfe von der Hotline, wenn er oder sie nicht gerade in der Mittagspause anruft.Hat den Tester ein ensprechender Spruch auf dem Anrufbeantworter der Hotline noch belustigt, war er weniger erfreut, als er beim nächsten Anruf zwar einen Gesprächspartner fand, dieser aber nicht kompetent Auskunft geben konnte.Beim dritten Versuch klappte es endlich mit der technischen Hilfe, Fragen zum sonstigen Leistungsangebot oder den Vertragsbedingungen von Transmedia konnten nicht beantwortet werden.Der Grund hierfür liegt wohl darin, daß die Hotline nicht von Transmedia selbst, sondern von einem externen Dienstleister betrieben wird.



Die ansprechend gestaltete Website von Transmedia ist teilweise noch im Aufbau.Ein spezieller Kundenbereich soll in Kürze freigeschaltet werden.Dafür gibt es die Möglichkeit, Domains abzufragen.Wer wissen will, ob eine bestimmte WWW-Adresse bereits vergeben ist, kann diese in ein Suchfeld eingeben.Nach kurzer Wartezeit erscheint die Antwort auf dem Bildschirm.Anschließend kann die entsprechende Domain sofort bestellt und damit namensrechtlich gesichert werden.Interessant ist dieser Service vor allem für Geschäftsleute."Viele Unternehmer wissen gar nicht, ob ihrem Betrieb eine Präsenz im Internet zur Zeit Vorteile bringt, wollen sich aber den eigenen Namen schützen lassen", erläutert Weigert.Bei Bedarf könne der Internet-Auftritt des Unternehmens jederzeit verwirklicht werden: "Viele Geschäftsleute aus kleinen und mittelständischen Betrieben sind zwar aufgeschlossen, verfügen aber häufig nur über mangelhaftes Wissen bezüglich des Internet.Es ist viel Vorarbeit notwendig."



Fazit: Transmedia bietet auch Privatkunden einen schnellen Internet-Zugang zu einem sehr interessanten Preis.Wer schon einige Erfahrung in der Anwendung seines Computers besitzt, kann den teilweise mäßigen Service verschmerzen.Der Provider erhält daher die Note "knapp gut".

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