Zeitung Heute : Entscheiden, was uns zu Füßen liegt

Parkett ist edel, Laminat günstig und Kork hält die Füße warm. Vor- und Nachteile verschiedener Böden

Sascha Rettig

Fußböden müssen einiges aushalten: Tritte, schwere Möbel, kratzende Absätze, spielende Kinder und dann auch noch Nässe und Sonneneinstrahlung. Welcher ist also der richtige? Parkett, Kork – oder vielleicht lieber doch Feinsteinzeug? Wer auf der Suche nach einem neuen Fußboden für Haus oder Wohnung ist, wird sich einerseits von seinem Geschmack leiten lassen. Andererseits sollte man sich aber genau überlegen, welche Eigenschaften der Belag haben sollte. Glatt oder weich, pflegeleicht oder strapazierfähig? Und nicht zuletzt spielen natürlich die Kosten eine Rolle.

PARKETT

Dieser Bodenbelag sieht schick aus und lässt sich mit fast jedem anderen Material gut kombinieren. „Parkett ist langlebig, belastbar, natürlich, umweltfreundlich, pflegeleicht und es verbreitet Wärme und Behaglichkeit“, sagt der Vorsitzende des Verbandes der deutschen Parkettindustrie in Bad Honnef, Ralph Plessmann. „Es ist der einzige Bodenbelag, der durch mehrfache Renovierung jederzeit wieder in Form gebracht werden kann – auch bei starker Beanspruchung.“

Parkett gibt es aus mehr als 50 Holzarten mit einem großen Farbspektrum, verschiedenen Härtegraden und in unterschiedlichen Preisklassen. Selbst im Badezimmer ließe sich Parkett verlegen, so Plessmann. „Dafür eignen sich aber nur solche Holzarten, die so wenig wie möglich zum Quellen neigen, zum Beispiel Doussie, Merbau oder Teakholz.“ Etwas umständlich: Nach einer Dusche oder einem Bad müssen stets die Wassertropfen vom Boden entfernt werden. Am besten eignet sich Parkett aber für Wohn- und Schlafzimmer. „Denn es sollten Räume sein, die pflegsam benutzt und nicht so strapaziert werden“, sagt Michael Pommer von der DIY-Academy in Köln. „Im Flur hingegen kann das Parkett je nach Holzart schnell zerkratzen.“

Parkett in guter Qualität kann teuer sein. „Die Preise pro Quadratmeter sind zwar sehr unterschiedlich, sie liegen bei Echtholz aber durchschnittlich zwischen 80 und 150 Euro“, sagt Pommer. Außerdem muss Parkett vom Fachmann verlegt werden, was zusätzliche Kosten verursacht. Wichtig: Wie Laminat und Kork sollte auch Parkett nur nebelfeucht gewischt werden, weil der Boden sonst quillt.

LAMINAT

Wer einen preisgünstigeren Boden im Holz-Look will, kann auf Laminat zurückgreifen. „Auch wenn es aussieht wie Holz: Bei Laminat handelt es sich um reinen Kunststoff, in den Fotopapier mit abfotografiertem Holz eingearbeitet wird“, erläutert Pommer den Unterschied zum Parkett. Der Preis liege bei bis zu 50 Euro pro Quadratmeter.

Laminat werde aber auch als laut und kühl beschrieben, gibt Bertram Abert zu bedenken, Vorsitzender der Bundesfachgruppe Estrich und Belag im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes in Berlin. „Es bekommt häufig Quellungen an den Fugen durch zu feuchte Reinigung und bricht leicht aus, wenn etwas drauf fällt.“ Außerdem würden sich billige Laminatbeläge schnell abnutzen und können nicht renoviert werden, weil man sie nicht aufarbeiten könne.

KORK

Kork eignet sich wunderbar für Kinderzimmer. „Da er weich ist und den Boden von unten isoliert, ist er nicht so kalt an den Füßen wie Fliesen oder Laminat“, sagt DIY-Experte Pommer. „Außerdem schluckt er viele Geräusche, wenn die Kinder beispielsweise mit Bauklötzen spielen.“ Die Kosten liegen abhängig von der Qualität bei etwa zehn bis 20 Euro pro Quadratmeter. Wenn man eine edlere Variante wählt, sind es rund 40 bis 50 Euro pro Quadratmeter.

Anders als Laminat ist Kork ein reines Naturprodukt, das bei der Verwertung der Rinde der Korkeiche oft als Abfallprodukt anfällt. „Zur Herstellung eines Kork-Fußbodenbelags werden die Reste der Korkverwertung gepresst und geklebt“, erklärt Bertram Abert.

Was es zu bedenken gilt: Kork verändert bei Lichteinstrahlung seine Farbe und wird mit der Zeit deutlich heller. Werden eingefärbte Korkbeläge beschädigt, kommt die braune Naturfarbe wieder zum Vorschein. Da Kork weicher ist als Holz, ist er auch weniger abriebfest, und es können schon mal kleine, aber reparierbare Löcher entstehen. „Um den Boden vor Abrieb zu schützen, muss daher ein Oberflächenschutz mit Öl, Wachs oder Lack aufgetragen werden“, sagt der Experte vom Baugewerbe-Verband.

FEINSTEINZEUG

Wer sich eine glatte Oberfläche wünscht und wem die Optik teurerer Materialien wie Granit oder Marmor vorschwebt, kann auf das sogenannte Feinsteinzeug zurückgreifen. „Das besteht aus hochverdichteter und gepresster Keramik und hat etliche Vorzüge“, sagt Bertram Abert. „Es ist stark strapazierfähig, abrieb- und wasserfest, kann auch im Freien verlegt und einfach mit dem Schrubber gewischt werden.“

Allerdings ist Feinsteinzeug ein harter und fußkalter Bodenbelag. „Es ist auch nicht so einfach zu verarbeiten und in Eigenregie zu verlegen“, gibt Michael Pommer zu bedenken. Der Preis für einen Quadratmeter liegt je nach Art und Qualität der Ware zwischen etwa 20 und 80 Euro. (dpa)

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