Zeitung Heute : Entwicklungsgebiete: Luxuriös und unrealistisch

Der Tagesspiegel

Wasserstadt Oberhavel, Eldenaer Straße/Alter Schlachthof, Biesdorf-Süd, Rummelsburger Bucht, Johannisthal/Adlershof: das sind die städtebaulichen Entwicklungsgebiete Berlins, die von 1992 bis 1994 vom Senat festgelegt wurden. Sie sollten „Schwerpunkte für öffentliche und private Investitionen“ bilden. Bis dahin vernachlässigte große Areale wurden mit neuen Miet- und Eigentumswohnungen, Büro- und Gewerbeflächen, Schulen, Kitas, Seniorenheimen und Verkehrsanbindungen versehen, um daraus attraktive Stadtquartiere zu machen.

Solche Entwicklungsprojekte sind überall in Deutschland für die öffentliche Hand nicht kostendeckend, trotz privater Investitionen und Fördermitteln des Bundes und der Europäischen Union. In Berlin wurde in der ersten Hälfte der Neunziger Jahre aber besonders großzügig verfahren: Teure Treuhandgesellschaften, luxuriöse Bauvorhaben, schlechte Vermarktungschancen für die entwickelten Teilgebiete und unrealistische Planungen führten im Laufe der Jahre zu dreistelligen Millionendefiziten. Zu spät wurde gegengesteuert. za

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