Zeitung Heute : Erste Opfer der Nazi-Zelle entschädigt Summen liegen zwischen

5000 und 10 000 Euro.

Berlin - Nach der Serie von Morden und Bombenanschlägen der Zwickauer Neonazi-Terrorzelle haben erste Opfer eine Entschädigung zwischen 5000 und 10 000 Euro bekommen. Es lägen viele entsprechende Anträge vor, zudem hätten Opfer schon Geld erhalten, sagte eine Sprecherin von Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) am Montag. Antragsteller müssten nicht darlegen, welche Schäden sie genau erlitten haben. Es gehe nicht um eine Entschädigung im klassischen Sinne, sondern um eine Pauschale, mit der unbürokratisch Hilfe geleistet werde. Darüber hinaus könne es weitere Zahlungen geben. Das Geld kommt aus einem Fonds für Opfer rechtsextremistischer Straftaten, der 2011 mit einer Million Euro gefüllt worden war.

Die Ermittlungsbehörden gehen offenbar davon aus, dass sich die Terrorzelle vor gut zehn Jahren nach Südafrika absetzen wollte. Das Vorhaben sei aber am Widerstand von Beate Zschäpe, die ihre Komplizen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos nicht begleiten wollte, gescheitert, berichtet die „Welt“ unter Berufung auf Ermittlerkreise und ein Papier der Verfassungsschutzbehörden. Eine geheime Dokumentation, in der die Verfassungsschutzämter von Bund und Ländern ihr Wissen über die Terrorzelle zusammengetragen hätten, enthalte die Aussage eines V-Manns aus der rechten Szene, der im April 2001 über Unterbringungsmöglichkeiten in Südafrika berichtet habe. „Während Böhnhardt und Mundlos mit dem Ziel einverstanden seien und dies auch als Daueraufenthaltsort anstrebten, beabsichtige Zschäpe, die nicht ins Ausland wolle, sich nach der Abreise der beiden den Behörden zu stellen“, zitiert die Zeitung aus der Dokumentation. Tatsächlich haben Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe offenbar zu keinem Zeitpunkt im Ausland gelebt. Die Ermittler gehen davon aus, dass sie von 1998 bis 2011 ununterbrochen über Wohnungen in Sachsen verfügten. dpa/dapd

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