Zeitung Heute : ERSTES ELFMETERSCHIESSEN BEI DER WM: Argentinien im Glück

ST.ETIENNE (sid).Argentinien hat im ersten Elfmeterschießen der Fußball-WM in Frankreich durch ein 4:3 gegen England das Viertelfinale erreicht.Nach 90 Minuten hatte es 2:2 gestanden, ebenso nach 120 Minuten.Die Engländer sind dagegen zum drittenmal hintereinander nach der WM 1990 in Italien und der EM 1996 im eigenen Land, als man jeweils im Halbfinale an Deutschland scheiterte, im Elfmeterschießen ausgeschieden.David Batty scheiterte mit dem letzten Strafstoß an Argentiniens Keeper Roa.Argentinien trifft im Viertelfinale in Marseille auf Ex-Europameister Niederlande.Beide Teams standen sich bei einer WM letztmals im Finale 1978 gegenüber, das die Gastgeber in Buenos Aires 3:1 gewannen.

Gabriel Batistuta hatte die Argentinier mit einem Foulelfmeter in der sechsten Minute in Führung gebracht, die Englands Kapitän Alan Shearer vor den Augen von Rolling-Stones-Sänger Mick Jagger mit einem umstrittenen Strafstoß in der zehnten Minute ausglich.Es war nach 739 Minuten der erste Gegentreffer für Argentiniens Keeper Carlos Roa.Englands 18jähriger Fußball-Teenie Michael Owen erzielte nach einem phantastischen Solo über den halben Platz in der 16.Minute das 2:1, doch die englische Freude währte nicht lange: In der Nachspielzeit der ersten Hälfte kamen die Argentinier nach einem gelungenen Freistoßtrick durch Javier Zanetti zum 2:2-Ausgleich.

Im Mittelpunkt des Geschehens stand der dänische Schiedsrichter Kim Nielsen, der mit fragwürdigen Entscheidungen Akzente setzte.In der sechsten Minute deutete er auf den Elfmeterpunkt, nachdem Englands Torwart David Seaman Argentiniens Kapitän Diego Simeone zu Fall gebracht hatte.Den Elfmeter verwandelte Batistuta mit seinem fünften Turniertreffer, womit er in der Torjägerliste zu dem Italiener Christian Vieri aufschloß.Vier Minuten später pfiff Nielsen wieder Elfmeter, diesmal für England, obwohl Owen ohne gegnerische Einwirkung zu Fall gekommen war.Shearer verwandelte sicher.Dann schlug die große Stunde von Owen, der nach einem Solo über das halbe Spielfeld drei Gegenspieler aussteigen ließ und mit einem gefühlvollen Schuß aus 14 Metern das 2:1 erzielte.In der Nachspielzeit war die englische Abwehr bei einem herrlichen Freistoßtrick der Argentinier nicht im Bilde: Claudio Lopez schob den Ball zu Zanetti, der nicht unverdient ausglich.

36 000 Zuschauer im ausverkauften Stade Geoffroy Guichard trauten ihren Augen nicht, als Englands Mittelfeldstar Beckham wegen einer angeblichen Tätlichkeit in der 47.Minute die Rote Karte sah.Nach einem Rempler von Simeone riß der am Boden liegende Beckham die Hacke hoch und traf den Gegenspieler, eine Gelbe Karte hätte es auch getan.Durch den anfänglichen Dauerdruck der Engländer ergaben sich in der ersten Hälfte große Möglichkeiten durch Ince (18.), Scholes (39.) und Shearer (52.).Dennoch war Argentinien immer gefährlich.So hatte unter anderem Lopez in der 59.die große Chance zur Führung auf dem Fuß.Dennoch konnte sich der Weltmeister von 1966 immer wieder geschickt aus der Umklammerung befreien und eigene Angriffe starten.So verpaßte Owen in der 75.Minute nach einem Alleingang die Möglichkeit zum 3:2.

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