Zeitung Heute : Erwartungsfroh

ALEXANDER KLUY

Deutscher Architektentag 1997 vom 12.- 14.Juni in Berlin "Die Zukunft der Baukultur - Exempel Berlin: Offene Stadt im Wandel": unter diesem Motto findet der Deutsche Architektentag 1997 vom 12.bis zum 14.Juni in Berlin statt.Gerade die "Vielheit", so der Präsident der Bundesarchitektenkammer, der Hamburger Peter Erler, soll im Mittelpunkt des umfangreichen Programms stehen.Nach den letzten Stationen dieses nationalen Architektentages in Sachsen 1991 und in Hamburg 1994 ist dies zugleich der erste große Architektenkongreß in Berlin nach dem Mauerfall.Erwartet werden bis zu 3000 Architekten, Ingenieure und Planer.Ihnen sollen die Bau-, Umbau- und Planungsprozesse, die unter hohem Zeit- und noch höherem Kostendruck - und nicht zuletzt auch flankiert von großen öffentlichen Erwartungen - in der Hauptstadt vonstatten gehen, ausführlich präsentiert werden.Zugleich nimmt der Kongreß die Architektur Mittel- und Osteuropas in den Blick.Nicht die bekannten Touristenmagnete Budapest, Prag, Krakau oder St.Petersburg werden vorgestellt; vielmehr werden anhand der Städte Pécs (Ungarn) und Nishny Novgorod (Rußland) die neueren Entwicklungen in den Regionen nachgezeichnet. "Offene Stadt" heißt aber auch, mehr zu berücksichtigen als nur die klassische Kernstadt.Massenwohnungsbau und Urbanisierungskonzepte bilden eine Themenklammer, anhand derer aktuelle Probleme der Stadtflucht und Zersiedelung und zeitgemäßer Lösungen konkret entlang den Berliner Stadträndern besichtigt werden können.So werden Exkursionen in die neuen Vorstädte wie Hellersdorf, Karow-Nord, Falkenhöh oder Kirchsteigfeld sowie Fahrten und Führungen durch die historischen Berliner Kulturlandschaften ebenso angeboten wie Stadtgänge durch Potsdam.Für wichtige neue Berliner Projekte - die Alsenblöcke, das neue spektakuläre "Haus der Kaufleute" in der Fasanenstraße und den Umbau des Reichstagsgebäudes - sind eigene Werkberichte reserviert.Ergänzt werden diese Programmpunkte durch Rekonstruktionsprojekte und Diskussionsrunden, etwa über die Planung am Potsdamer Platz, über die Neuerrichtung der Schinkelschen Bauakademie und ihre Neubelebung als europäische Institution, über den Städtebau der DDR am Beispiel der Stalinallee, aber auch über ökologisches und naturverträgliches Bauen.Zudem gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm.Die zentralen Veranstaltungen und Podiumsdiskussionen, die sämtlich im ehemaligen Staatsratsgebäude stattfinden, werden von Ausstellungen, Vorträgen, Kunstinstallationen und Filmvorführungen begleitet.Die Kooperation mit Partnern aus dem öffentlichen und dem privaten Sektor unterstreicht, daß seitens des Veranstalters, der hiesigen Architektenkammer, Umfassenderes beabsichtigt ist als eine geschlossene Fachtagung über Standesprobleme von Architekten unter dem Zeichen von EU-Sachzwängen und dräuender Globalisierung. An den Architektentag schließt sich am 15.Juni der Tag der Architektur an, der ungehinderten Zugang zu vielen neuen und im Bau befindlichen Bauten in Berlin und Brandenburg ermöglicht.ALEXANDER KLUYProgrammbroschüre bei der Architektenkammer Berlin (Karl-Marx-Allee 78, Tel.306 41 60, Fax 306 41 616).Ende Mai erscheint ein umfangreiches Begleitmagazin im Junius Verlag, 29,80 DM.

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