Zeitung Heute : Es lebe das Knarzen

JOST MÜLLER-NEUHOFF

Ahorn, Buche, Eiche - eine Firma bietet Holzmäuse und Holzcomputermonitore anVON JOST MÜLLER-NEUHOFF

Holz ist aktiv.Holz atmet.Holz lebt! Das wissen neben Oberförstern, Bootsbauern und Einbauküchenbesitzern auch Pfeifenraucher, Ikea und der Popsänger und Regenwaldpatron Sting.Nur die Computerbranche wußte es bislang offenbar nicht.Holz war ihr schnuppe.Sicherlich müßte für eine potentielle Eignung im Schaltkreis oder als Speichermedium auch noch geringfügig länger geforscht werden.Nur: warum sind die Tüftler nicht gleich darauf gekommen, mit dem Werkstoff zumindest das sensorische Erlebnis am Bildschirm gewaltig zu steigern? Vergleichbare Erfahrungen kennt man ja von Leuten, die überall und immer Handschmeichler befingern, beim Fernsehen ihre Fußsohlen mit diesen Abakus-ähnlichen Rollgeräten massieren und abendfüllend von Holzklobrillen schwärmen können.Eine echte Marktlücke also! Dahinein stößt nun die Firma van der Ries in D-37642 Holenberg mit glattpolierten Holz-Tastaturen und Holz-Mäusen.Für schlappe 1186 Mark (Tastatur) und 235 Mark (Maus) verlieren auf diese Weise selbst Hardcore-Netsurfer niemals den Kontakt zu Mutter Natur - wahlweise in Ahorn, Birne, Buche, Eiche, Kirsche oder Nußbaum.Daneben gibt es im Preisniveau eines Kleinwagens noch eine Selektion von Holz-Monitoren und einen ganzen Tower mit Massivholzfuß.Klicken ist tot - es lebe das Knarzen.

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