Zeitung Heute : „Es wird zu schnell geatmet“

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Karin Taube (65) ist Fachärztin für Innere Medizin, Lungen und Bronchialheilkunde und ärztliche Leiterin der ambulanten Atemreha in Hamburg.

Frau Taube, atmen wir falsch?

Viele Menschen atmen nicht richtig. Allgemein kann man sagen, dass häufig viel zu schnell geatmet wird. Zusätzlich atmen wir selten tief genug ein. Man achtet nicht bewusst genug auf seine Atmung. Das kann auf lange Sicht dazu führen, dass man in Stresssituationen das Gefühl von Atemnot bekommen kann. Bei Belastung wird die körperliche Leistungsfähigkeit eingeschränkt.

Müssen wir deswegen zum Arzt?

Nein, wir behandeln in der Reha vorwiegend Menschen, die extreme Probleme beim Atmen haben. Meist sind chronische Atemweg- oder Lungenerkrankungen dafür verantwortlich. Um den Patienten das beschwerdefreie Atmen zu ermöglichen, bringen wir ihnen praktische Techniken bei, wie man bei Belastungen, zum Beispiel bei körperlicher Betätigung oder bei einem Atemnotanfall richtig reagiert.

Gibt es Techniken für das richtige Atmen?

Zuerst gilt: Immer etwas länger aus- als einatmen. Sehr wirksam ist auch die so genannte Lippenbremse. Dabei bremst man die Atemluft und lässt sie leicht durch die locker aufeinander liegenden Lippen herausfließen. Diesen Vorgang kann man durch atemerleichternde Körperhaltungen, wie beispielsweise den Kutschersitz, unterstützen. Setzen Sie sich hin und stützen Sie die Ellenbogen auf die Knie. Dadurch werden unter anderem die Bronchien beim Atmen erweitert.

Die Fragen stellte Tom Nollau

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