Zeitung Heute : ESSAY

Die Strände von Agnès

Christiane Peitz

Am Anfang platziert sie Spiegel auf ihrem Lieblingsstrand, aber sie zeigt darin nicht sich selbst, sondern ihr Team. Agnès Varda, Regiepionierin und Großmutter der Nouvelle Vague, hat ihr Leben verfilmt, sie versammelt Menschen, Momente, Begegnungen, spielt mit den Genres, fiktionalisiert das Dokumentarische. Das Flüchtlingskind aus Brüssel, die Reportagereisen nach China und Kuba, der Aufbruch der Filmemacher, die Politik, die Frauenfrage, die Poesie, die Liebe zu ihrem Regiekollegen Jacques Demy, die Trauer nach seinem Tod. Eine heitere, berührende Chronik, in der das gesamte 20. Jahrhundert aufscheint. Und Chris Marker versteckt sich hinter einer Katzenmaske. Filmemachen ist Wünsche erfüllen: In der schönsten Szene dieses autobiografischen Doku-Märchens segelt Varda in einer Jolle mitten durch Paris. Der bezauberndste Film der Saison. Christiane Peitz

„Die Strände von Agnès“, F 2008, 110 Min. R: Agnès Varda

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