Zeitung Heute : EXPERIMENTALFILM

Bedways

Lydia Brakebusch

RP Kahl konstruiert eine Dreierkonstellation – aufgeteilt in Themenblöcke, begrenzt auf einen recht sterilen Raum, geprägt von Dialogen, die ins Leere laufen. Kahls analytisches Kammerspiel offenbart mehr Wahrheiten über Liebe und Begehren als manches Herzschmerz-Epos. Regisseurin Nina will Probeaufnahmen drehen für einen Film, der nicht viel mehr ist als eine vage Idee in ihrem Kopf: Hans und Marie sollen die Liebe spielen – und den Sex zeigen. In einer Berliner Wohnung werden die Figuren entwickelt, Berührungen arrangiert. Je tiefer die drei ins Projekt einsteigen, desto mehr verschwimmt die Grenze zwischen Film und Realität. Dass „Bedways“ ein Tabu bricht – die Darstellung echter Sexszenen in einem Arthouse-Film – scheint nebensächlich. Denn die überaus kühle Inszenierung trägt den Film weit weg vom Porno. Konsequent. Lydia Brakebusch

„Bedways“, D 2010, 76 Min., R: Rolf Peter Kahl, D: Miriam Mayet, Lana Cooper

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