Zeitung Heute : Fall III: Notfallservice

Commerzbank bezahlt Betreuung

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Neben dem Frankfurter Bankenviertel ist die Welt noch in Ordnung. Müssen im CommerzbankHochhaus beschäftigte Mütter oder Väter einen dringenden Auftrag abarbeiten, tollen ihre Sprösslinge miteinander um die Wette. Zehn Gehminuten von der Bankenzentrale entfernt kümmert sich die Kinderbetreuungseinrichtung „Kids & Co.“ um die Kleinen im Alter zwischen einem und zwölf Jahren. Seit 1999 bietet die Commerzbank zusammen mit der Firma Familienservice den Betreuungsdienst.

Wenn kurzfristig eine Dienstreise ansteht oder der allein erziehende Elternteil keine Ferienbetreuung findet, springen die Pädagoginnen in der Börsenstraße ein – von 7 bis 18 Uhr. Rund 350 Familien im Frankfurter Raum nutzen den unentgeltlichen Service ihres Arbeitgebers – maximal vier Wochen. „Manchmal drücken wir aber auch ein Auge zu, wenn der Service etwas länger gebraucht wird“, sagt Barbara David, die das Projekt in der Bankenzentrale koordiniert: Vor allem, wenn die Tagesmutter erkrankt, die reguläre Betreuungseinrichtung kurzfristig schließt oder Termine dazwischen kommen.

Derzeit errechnen die Frankfurter Banker, wie viel Geld sie 2003 durch ihre Kinderbetreuung in Ausnahmefällen gespart haben. Barbara David: Die eine Million Euro, die sich die Commerzbank ihre Kinderfreundlichkeit jährlich kosten lässt, rechnen sich: „Allein der nicht entstandene Arbeitsausfall holt das Geld wieder herein, vom Gewinn durch die höhere Konzentration unserer Mitarbeiter ganz zu schweigen." mlo

@ www.familienservice.de

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