• Potsdamer Neueste Nachrichten
  • Bootshandel
  • Qiez
  • zweitehand
  • twotickets
  • Berliner Köpfe
  • wetterdienst berlin

FANTASY„Der Hobbit: Eine unerwartete Reise“ : Jenseits vom Auenland

13.12.2012 00:00 Uhrvon
Foto: WarnerBild vergrößern
Foto: Warner

„There and back again“ – Hin und wieder zurück, so nennt der Hobbit Bilbo Beutlin ganz am Ende, als alle Abenteuer bestanden sind, mit koketter Bescheidenheit seine Erinnerungen an ein Leben, wie es noch kein Hobbit vor ihm erleben durfte.

Oder musste. Denn Bilbos Teilnahme an diesem Abenteuer, das einen historischen Wendepunkt in J. R. R. Tolkiens Fantasiewelt Mittelerde darstellt, ist nicht ganz freiwillig. Hobbits sind gemütliche Gestalten, die im Auenland die Freuden des mittelirdischen Daseins genießen. So braucht es die Überzeugungskraft des Zauberers Gandalf und einer Horde von 13 Zwergen, um den nicht eben heldenhaften Bilbo zum Aufbruch zu bewegen.

Es gibt manche Gelegenheit zur Reue während einer Reise, auf der er und seine Begleiter es mit Orks, Trollen, Wölfen, Riesenspinnen, bösen Magiern und einem gigantischen Drachen zu tun bekommen. Dieser Drache, Smaug, ist im ersten von drei „Hobbit“-Teilen gar nicht richtig zu sehen – nur die Zerstörung, die er im Zwergenreich unter dem Einsamen Berg anrichtet, wo er fortan den Goldschatz der geflohenen Zwerge eifersüchtig hütet.

„Der Hobbit“ ist kein Film, der von schauspielerischen Höchstleistungen lebt. Dennoch ist es von unschätzbarem Wert, dass Martin Freeman (bekannt aus der TV-Serie „Sherlock“) für die Titelrolle gewonnen wurde. Sein schalkhaftes Bubengesicht spiegelt das Staunen über eine Welt voll Wunder ebenso wie das Entsetzen über namenlose Schrecken.

Im Zusammenspiel mit den hervorragend gecasteten Zwergen und der schon aus dem „Herr der Ringe“ bekannten Darstellerriege trägt Freeman den Film über manche dramaturgische Unebenheit hinweg. Dass es die gibt, mag auch der Vorlage geschuldet sein: Tolkiens literarisches Erstlingswerk ist im Grunde ein Kinderbuch, und eine gewisse Infantilität zeigt sich immer wieder, nur um dann durch brutale Metzeleien gebrochen zu werden.

Die technische Innovation des „Hobbit“ – Peter Jackson drehte mit 48 statt der üblichen 24 Aufnahmen pro Sekunde – sorgt für brillante, ruckelfreie 3-D-Bilder, lässt aber gerade in den Kampf- und Verfolgungsszenen die Akteure irritierend puppenhaft wirken. Dennoch ist dies der eine Fantasy- Film, den man 2012 gesehen haben sollte. Zudem spart man sich dann sitzfleischzermürbende Double Features in einem Jahr, wenn der zweite Teil in die Kinos kommt. Episch. Jörg Wunder

USA/NZ 2012, 169 Min., R: Peter Jackson, D: Martin Freeman, Ian McKellen, Richard Armitage, Andy Serkis, Hugo Weaving, Cate Blanchett

Service

Leserdebatten

Alexanderplatz, Hertha, Mediaspree: Leserdebatten auf Tagesspiegel.de.

Diskutieren Sie mit!

Tagesspiegel-Partner

    Wohnen in Berlin

    Gewerbe- oder Wohnimmobilien: Große Auswahl an Immobilien beim großen Immobilienportal.

Erleben sie mit tagesspiegel.de die ganz besonderen Veranstaltungen in Berlin und Umgebung. Hier können Sie sich Ihre Tickets zum Aktionspreis sichern.

Weitere Tickets...