Farbauswahl : Beim Pflanzen nicht nur Blau machen

Endlich ist es Frühling. Doch Obacht: Der Farbenmix muss auf den Hintergrund abgestimmt werden.

Katja Gartz
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Variation in Blau, Violett und Weiß. Diese Farbkombination passt auch zu Hauswänden in kräftigen Tönen. Foto: dpa

Wer seine Zwiebeln rechtzeitig unter die Erde gebracht hat, kann den Frühlingsboten jetzt endlich in die Blüte sehen: Krokusse, Narzissen, Osterglocken und Hyazinthen strahlen in leuchtenden Lila-, Gelb-, Rosa- und Blautönen aus der Erde hervor. Endlich Frühling! Alle Pflanzenliebhaber, ob mit oder ohne grünen Daumen, treibt es jetzt in die Blumenläden, Gartencenter und überall dorthin, wo es Gewächse gibt. Die Frühjahrssaison ist eröffnet und somit Zeit, um Balkone und Gärten in bunte Naturparadiese zu verwandeln. Doch nicht selten stellt sich vor den Regalen mit den vielen verschiedenen Töpfen, Zwiebeln und Samen die Frage: Was kommt wohin?

Wer im Herbst vergessen hat, Tulpenzwiebeln einzusetzen, kann mit vorgetriebenen knospigen Blumenzwiebeln etwas Zeit aufholen. Diese gedeihen sowohl in Töpfen auf dem Balkon als auch im Garten. Von März bis Mai ist Zeit, die Zwiebeln und Knollen der Sommerblumen zu pflanzen. An langen schlanken Stielen erfreuen weiße Sternblumen mit dunklem Herzen und zartem Duft beispielsweise die Besitzer Abessinischer Gladiolen. Aufgrund ihrer Höhe machen sie sich gut in großen Kübeln oder im Garten. In leuchtendem Gelb, Rot und in vielen anderen Farben sorgen Dahlien für prächtige Blüten. Die Zwiebeln kleinwüchsiger Sorten erobern immer mehr Balkonkästen, ihre großen Geschwister entwickeln sich im Garten besser.

In Räumen leicht aus Samen zu züchten ist jetzt beispielsweise das Mittagsgold. Die gelb-, orange- oder roséfarbenen Blüten der Pflanze erinnern an kleine Sonnenblumen, die am Abend zuklappen. Die großblumige Art braucht viel Platz für die Wurzeln und einen sonnigen Standort. Die Gartenarchitektin Anke Scholz rät, einjährige Pflanzen erst nach den Eisheiligen ins Freie zu pflanzen. Wer Platz für Sonnenanbeter hat, dem empfiehlt sie Pfingstrosen und Schwertlilien. „Jetzt ist die richtige Zeit zum Pflanzen“, sagt die Gartenexpertin aus Bergfelde. Wichtig sei dabei ein nährstoffreicher Boden. Rosen lieben ebenfalls sonnige Standorte und sind sowohl etwas für Balkon- und Gartenbesitzer. Wie bei allen Pflanzen sollten sie nach dem Kauf aus den Kunststofftöpfen in größere Töpfe umgesetzt werden. Gehölze ohne Erdballen um die Wurzeln sollte nach dem Kauf schnell eingepflanzt werden – die so genannten wurzelnackten Pflanzen trocknen schnell aus. In hängenden Gefäßen an der Wand, am Dachvorsprung oder Baum fühlen sich in der Sonne Dahlien und Begonien wohl. Sie sind in so genannten gemischten Ampeln auch gut zu kombinieren.

Für jeden Geschmack und Standort bieten Stauden passende Arten und Sorten. So eigenen sich einige für vollsonnige Beete, Terrassen und Balkone und andere für schattige Ecken wie Fingerhut, Herbstanemonen, Tränendes Herz und Akelei. Wer im Garten Platz für ein Staudenbeet hat, kann beispielsweise im Hintergrund größere Gewächse wie Eisenhut und Rittersporn setzen, davor Lupinen, Frauenmantel und Storchschnabelsorten. Gepflanzt werden können jetzt alle Gehölze, Stiefmütterchen, Primeln, Vergissmeinnicht und Tausendschönchen. Sommerblüher wie Goldmohn, Sommerazalee und Kornblume können nun auch im Freien ausgesät werden.

Ob selbst gesät oder als Pflänzchen gekauft, gedeihen Kräuter sowohl im Garten als auch auf dem Balkon. Grundsätzlich brauchen die mediterranen Sorten wie Rosmarin, Lavendel, Thymian, Oregano und Salbei Licht und Wärme. Dagegen vertragen die heimischen Kräuter wie Pfefferminze, Schnittlauch oder Sauerampfer einen halbschattigen, feuchteren Standort. „Gut im Schatten wächst auch Bärlauch“, sagt Gartenarchitektin Scholz. Da fühlen sich außerdem auch Buchsbaumkugeln und Koniferen wohl. Passend für den Blumenkasten auf dem Balkon eignen sich Zwergkoniferen.

Neben dem eigenen Geschmack sollte auch der Standort in optischer Hinsicht geprüft werden. Der Gebäude-Hintergrund spielt dabei eine wichtige Rolle. Sorgfalt bei der Pflanzenauswahl ist vor allem dann angebracht, wenn der Kasten oder der Topf vor einer farbigen Wand stehen. Kräftige Rottöne können besonders schwierig sein, da sich rote Blüten mit ihnen beißen. Meist ist es dann sinnvoller, gänzlich auf Rot- und Rosatöne zu verzichten. Weiße und beige Hintergründe sind dagegen eher unkompliziert. Zu ihnen passen fast alle Farben, auch wenn sehr helle Töne vor hellem Hintergrund nicht immer die richtige Strahlkraft besitzen. Sehr dunkle Farben wie Schwarz, Braun oder dunkles Blau bereiten ebenfalls wenige Probleme.

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