Zeitung Heute : Federballer gehen auf Nummer sicher

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Die Statistik der gefährlichsten Sportarten führt in Deutschland eindeutig der Fußball an. Jede fünfte Verletzung im Vereinssport und gar 40 Prozent aller Blessuren im nicht organisierten Sport ereignen sich auf dem Fußballplatz. Das Risiko, sich zu verletzen, liegt pro Jahr und Spieler bei etwa 14 Prozent. Besonders betroffen sind die Sprunggelenke im Fußbereich, die durch „Umknicken“ Schaden nehmen, und das Kniegelenk. Oft wären Verletzungen aber zu vermeiden gewesen, wenn die Freizeitsportler spezielle Aufwärm, Kraft- und Koordinationsübungen absolvieren würden. Kurz hinter Fußball rangieren Basketball und Handball, nicht ganz so riskant ist Volleyball.

Nach einer finnischen Statistik sind Kampfsportarten wie Judo und Karate allerdings ähnlich verletzungsträchtig wie die Ballsportarten. Ein eher hohes Risiko haben auch Squash (enorme Belastung der Sehnen und Gelenke), Drachenfliegen und Paragliding (seltene, aber oft tödliche Unfälle) und Boxen. Weit vorn liegt in einigen Statistiken auch das Skilaufen, ausgenommen der Langlauf.

Eine sehr gute Sicherheitsbilanz haben Ausdauersportarten wie Laufen und Rudern. Ebenfalls hervorragend schneiden Schwimmen, Gymnastik, Skilanglauf, Bergwandern und Aerobic ab. Alle diese Sportarten sind zudem besonders gesund. Auf Nummer sicher gehen auch Menschen, die Tischtennis, Federball oder Krafttraining betreiben – allerdings ist hier der Fitness-Effekt geringer.

In keiner Statistik taucht auf, dass natürlich die Nichtsportler das größte Risiko eingehen. Bewegungsmuffel setzen ihre Gesundheit aufs Spiel, weil sie leichter Opfer von Zivilisationskrankheiten wie etwa Herzleiden werden. Manch einer versucht, seinen Trainingsrückstand allerdings zu rasch aufzuholen. Jedes Jahr sterben in Deutschland etwa 1000 Menschen, weil sie beim Sport einen Herzstillstand erleiden - viele von ihnen haben ihrem Organismus zu viel zugemutet. Deshalb gilt umso mehr, je älter man ist: vor dem Beginn eines Trainings ein gründlicher Gesundheits-Check und ein gezieltes Aufbauprogramm. wez

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