Zeitung Heute : Fehlende Schlüssel sehr teuer

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Jede neue Regelung hat ihre zwei Seiten. So verbessern die seit Jahresbeginn geltenden neuen Gewährleistungsregeln nach europäischem Recht zwar die Position des Käufers Gebrauchter. Aber Händler, die Gebrauchte in Zahlung nehmen, werden sich die künftig noch viel genauer ansehen und vor allem auch darauf achten, dass alle Fahrzeugunterlagen und Schlüssel vorhanden sind. Kann man keine Reparaturrechnung für einen relativ leichten Blechschaden vorlegen oder fehlt das Serviceheft oder die Bedienungsanleitung für attraktive Extras wie zum Beispiel den CD-Player oder das Navigationssystem, dann wird der Händler beim Ankauf Abzüge vornehmen. Besonders hoch fallen die aus, wenn nicht mehr alle Schlüssel verfügbar sind. Denn dann muss die gesamte Schließanlage ausgewechselt werden. Und dafür stehen dann schnell bis zu 500 Euro auf der Rechnung.

Um bei der Inzahlungnahme einen möglichst guten Preis für ein Auto zu erzielen, muss das in einem dem Alter und der Fahrleistung entsprechenden Zustand sein - also frei von Schäden und verkehrs- und betriebssicher. Normaler Verschleiß stört nicht. Wenn aber die Reifen schon sehr weit abgefahren sind, Felgen beschädigt sind, Sitzpolster Brandlöcher haben oder das Armaturenbrett Bohrlöcher von Telefonhalterungen, erzielt man kaum den Listenpreis.

Wer sein Auto bei einem Neukauf in Zahlung geben will, sollte sich deshalb wichtige Reparaturbelege, die fehlen ebenso neu beschaffen wie Betriebsanleitungen für Einbaugeräte: Und vielleicht stellt man das Auto in der Werkstatt bereits einige Wochen vor der Inzahlungsname vor und lässt sich sagen, was fehlt und in Stand gesetzt werden muss, um einen guten Preis zu erzielen.

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