Zeitung Heute : Fehlerhaftes Urteil

Microsoft gegen Richterspruch ruk/HB Der amerikanische Softwarehersteller Microsoft hat am Montag in einer Presseerklärung und in einem Telefonrundruf bekanntgegeben, daß er gegen die einstweilige Verfügung des Bezirksgerichts der US-Bundeshauptstadt Washington D.C.Einspruch erheben will.Der Richterspruch wurde als fehlerhaft und unangemessen bezeichnet.Als Begründung sagte Anwalt William Neukom, das Gericht habe den Vorwurf des Justizministeriums niedergeschlagen, Microsoft hätte durch seine Lizenzpraktiken die Vergleichsvereinbarungen von 1995 verletzt.Nach Ansicht des Unternehmensanwalts hätte der Richter damit den Fall beenden müssen.Dieser hat jedoch, wie berichtet, in eigenem Ermessen den Fall auf eine breitere Basis gestellt, die sich mit dem Monopolvorwurf beschäftigt.Dazu soll im Juni kommenden Jahres ein endgültiges Urteil ergehen. Nach Ansicht des Anwalts hat sich Richter Jackson damit in ein gefährliches Terrain begeben, da er versuche, amerikanischen Firmen das Recht abzusprechen selbst zu bestimmen, wann sie welche Funktionen in ihre Produkte integrieren.Um seine These zu unterstreichen, wonach der Webbrowser und das Betriebssystem ein integriertes Produkt seien, bot Microsoft den PC-Herstellern an, entweder die neueste Windows-95-Version zu laden, bei der Browser bereits integriert ist, oder auf eine veränderte Version von Windows 95 zurückzugreifen, die praktisch zwei Jahre alt ist.Damit bestätigte Microsoft zugleich aber auch, daß in der ursprünglichen Version der Internet Explorer noch nicht integriert war, sondern erst in den Folgeversionen für die PC-Hersteller (Upgraded Versions) zur Verfügung stand.Das Justizministerium sprach sich genau gegen diesen Plan aus, da er den PC-Herstellern keine echte Wahl böte und zumindestens den Geist oder gar den Buchstaben des jüngsten Richterspruchs verletze. weitere Artikel zum Thema:

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