Zeitung Heute : Feingeist mit Rotzschnauze

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Barbara Frey, was schätzen Sie an Ulrich Matthes?

Seine Hochachtung vor der Sprache. Da gibt es eine gute Allianz zwischen uns: Sprache ist das, was wir auf dem Theater als allererstes versuchen zu transportieren, nicht nur gesprochene Sprache sondern auch Körpersprache. Voraussetzung dafür ist die Freude an Literatur, und die hat er genauso wie ich.

Eine Auffälligkeit an ihm als Schauspieler?

Er hat so eine bestimmte Form von Direktheit. Bei ihm fällt das speziell auf, weil er ja etwas von einem intellektuellen Feingeist hat, aber diese Berliner Rotzschnauze, die hat der trotzdem.

Eine Szene, die Sie mit Ulrich Matthes spontan verbinden?

Von allen Begegnungen, die wir im Laufe von zwei gemeinsamen Berliner Arbeiten zusammen erlebt haben, ist mir komischerweise eine private Szene am allerbesten in Erinnerung, aber das ist ja oft so: professionell funktioniert es ganz gut, und dann hat man plötzlich so zwei, drei private Momente, in denen man den Menschen noch mal anders wahrnimmt. Wir haben uns „Brokeback Mountain“ angeguckt und sind danach essen gegangen – für mich ein sehr denkwürdiger Abend in vielerlei Hinsicht.

Barbara Frey nszenierte mit Ulrich Matthes „Minna von Barnhelm“ (2005) und „Der Kirschgarten“ (2006)

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