Zeitung Heute : Fernsehempfang im fahrenden Bus

RAINER BÜCKEN

DVB nicht nur über Kabel und Satellit, sondern auch terrestrischVON RAINER BÜCKEN

Die Reisegesellschaft ist mit dem Bus auf dem Weg von Berlin nach Bad Driburg.Die meisten möchten auf das ARD-Mittagsmagazin gleichwohl nicht verzichten."Der Empfang wird künftig absolut störungsfrei möglich sein, so wie jetzt bei einer gut ausgerichteten Hausantenne", ist Horst Schättle, Fernsehdirektor des SFB und Vorsitzender des DVB-Lenkungsausschusses der ARD zuversichtlich.Die dazu notwendige Technik heißt DVB.Diese drei Buchstaben stehen für "Digital Video Broadcasting" und meinen die digitale Übertragung von Fernsehsignalen.Die wiederum bestehen aus Bild, Ton und Daten, und daher sollte man DVB auch nicht ganz so eng sehen, geht es doch nicht "nur" um Video.In Berlin sind solche Signale jedenfalls während der IFA nicht nur über Satellit oder im Kabel zu empfangen, sondern könnten auch ganz normal über eine winzige Antenne empfangen werden."Das ist nur eine Frage von einigen Monaten, dann wird es die ersten Settop-Boxen und integrierte Fernsehempfänger geben", erklärte Chris Weck vom Institut für Rundfunktechnik."Der große Vorteil ist aber die Frequenzökonomie: Während über eine normale Fernsehfrequenz nur ein analoges Programm ausgestrahlt werden kann, sind bei digitaler Übertragung vier möglich." Bundesweit könnten über sechs terrestrische Frequenzen, also 24 Fernsehprogramme, übertragen werden.Zudem wird wesentlich weniger Energie benötigt, Strahlungsleistung und mögliche Strahlenbelastung könnten reduziert werden.Bereits im nächsten Jahr werden BBC, ITV, S4C Digital Network SDN und British Digital Broadcasting BDB in Großbritannien mit 30 Fernsehprogrammen "in die Luft" gehen, wobei ein Drittel dieser Sendungen unentgeltlich sein soll.Wer aber Filme, Sport und weitere Spezialprogramme sehen möchte, wird zur Kasse gebeten.Bereits 2001 könnte es in England keine konventionellen Fernsehübertragungen mehr geben - alles läuft dann digital.In Deutschland wird das nicht ganz so schnell gehen, gibt es doch nur in kleinen, regional begrenzten Gebieten nutzbare Frequenzen.Für Schättle ist das kein Nachteil: "Wir senden während der IFA über Kanal 37 und decken damit einen ordentlichen Teil des Stadtgebietes ab.In fünf Jahren könnte digitaler terrestrischer Empfang zumindest in subregionalen Bereichen die Regel sein."

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